Das Heidentor im niederösterreichischen Carnuntum ist ab sofort Unesco-Welterbe.

Foto: Reuters

Der Donaulimes habe es auch ohne Ungarn in Österreich, Deutschland und der Slowakei auf die Welterbeliste der Unesco geschafft, konstatieren ungarische Medien am Montag. Als Grund für den Ausstieg Ungarns aus dem Projekt führte das ungarische Ministerpräsidentenamt an, dass der ganze Donaulimes das Welterbe-Prädikat erhalten solle und damit auch Abschnitte in Kroatien, Bulgarien, Serbien und Rumänien.

Wie das Onlineportal mandiner.hu jedoch erinnert, soll sich der östliche Teil des Limes zu einem späteren Zeitpunkt um das Welterbe-Prädikat bewerben können. Der wahre Grund des ungarischen Ausstiegs sei somit weiter nicht klar.

Nach jahrelangen intensiven Vorarbeiten hatte sich die ungarische Regierung im Juni aus dem gemeinsamen Antrag mit Österreich, Deutschland und der Slowakei zurückgezogen. Damit wurden rund 400 Kilometer und damit mehr als die Hälfte der Grenze aus dem Antrag herausgenommen. Ungarn hatte schon vor zwei Jahren mit einem ähnlichen Manöver für den Aufschub der Entscheidung durch das zuständige Komitee der Unesco gesorgt.

Der westliche Teil des Donaulimes folgt der Donau entlang der früheren römischen Provinzgrenze. Österreich ist mit 22 Teilkomponenten an dieser Welterbestätte vertreten, darunter etwa Teile Carnuntums, die Kleinkastelle in Ybbs, Zeiselmauer (NÖ) oder Oberranna (OÖ). Auch archäologische Ausgrabungen des römischen Vindobona (Wien) gehören dazu.

Beim Limes handelt es sich um die Außengrenze des antiken römischen Reiches beziehungsweise um das zur Sicherung dieser Grenze errichtete System an Befestigungsanlagen. Der Limes erstreckte sich von Großbritannien über Mittel- und Osteuropa und den Nahen Osten bis nach Nordafrika. Unter dem Projekttitel "Grenzen des Römischen Reichs" soll zukünftig der gesamte einstige Grenzverlauf als Unesco-Welterbe geschützt werden. (APA, 2.8.2021)