Unterschiedliche Kabel machen den Nutzern das Leben schwerer, dagegen will nun die EU-Komission – erneut – vorgehen.

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Brüssel – Die EU-Kommission will einem Insider zufolge im September einen Entwurf für einheitliche Ladekabel für mobile Geräte vorlegen. Die Vorschrift werde zurzeit ausgearbeitet, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Donnerstag. Details wurden nicht bekannt.

Das EU-Parlament hatte im vergangenen Jahr mit großer Mehrheit für einen einheitlichen Standard für die 27 EU-Staaten gestimmt. Sie begründete dies mit dem Umweltschutz und Kundenfreundlichkeit. Einer Studie der Kommission zufolge wurden 2018 die Hälfte aller Handys in der EU mit einem Stecker des Typs USB Micro-B verkauft. Bei 29 Prozent war es dagegen ein USB-C- und bei 21 Prozent ein Lightning-Stecker.

Hintergrund

Der Streit über die verschiedenen Varianten tobt seit Jahren. Apple, Samsung, Huawei und Nokia unterzeichneten eine freiwillige Absichtserklärung für Modelle ab 2011, in deren Folge sich der Markt stärker auf USB Micro-B ausrichtete. Weitere Verhandlungen zwischen der Branche und der Kommission blieben 2018 jedoch erfolglos.

Eine erzwungene Vereinheitlichung könnte Apple stärker treffen als seine Rivalen, da Apples iPhones über Lightning geladen werden, Android-Smartphones dagegen eher über USB-C. Der US-Konzern hat erklärt, ein einheitlicher Standard würde Innovationen behindern und zu mehr Elektroschrott führen, wenn die Nutzer ihre Ladegeräte austauschen müssten. (Reuters, 13.8.2021)