Zara Rutherford startet von Belgien aus ihren Flug rund um den Erdball.

Foto: Reuters/Gerhard Mey

Das Fliegen wurde ihr, wie es so schön heißt, in die Wiege gelegt: Die belgische Mutter Pilotin, der englische Vater Pilot, und auch der jüngere Bruder hat bereits eine entsprechende Ausbildung hinter sich. Zara Rutherford selbst lernte mit 14, wie man Flieger steuert, und arbeitete seitdem auf ihren Flugschein hin. Nun, fünf Jahre älter, nimmt sie sich nichts Geringeres vor, als allein um die Welt zu fliegen.

Dass sie damit einen neuen Weltrekord aufstellt, war der Doppelstaatsbürgerin anfangs gar nicht bewusst. Vielmehr wollte sie in dem Jahr Pause, das sie zwischen Schule und Uni einlegt, ein Abenteuer erleben. Erst später wurde ihr klar, dass sie bei Gelingen die jüngste Frau (und erste Belgierin) sein würde, die die Welt allein umfliegt. Bisher hält den Rekord die US-Amerikanerin Shaesta Waiz, der 2017 mit 30 Jahren das Kunststück gelang.

Flug auch über Österreich

Am Mittwoch startet Rutherford ihre Weltumrundung im belgischen Wevelgem. Zunächst geht es nach Großbritannien, von dort dann über Island und Grönland nach Nordamerika. Insgesamt wird sie auf ihrer Route 52 Länder überfliegen – darunter auch Österreich – und zweimal den Äquator überqueren. Zwischenstopps wird sie bei Bekannten und Unterstützern des Projekts einlegen.

Läuft alles nach Plan, wird Rutherford in etwa drei Monaten wieder nach Belgien zurückkehren. Vieles aber hängt vom Wetter ab. Unterwegs ist sie mit einem Shark-Ultraleichtflugzeug, das eine Geschwindigkeit von 300 km/h erreichen kann.

Neben dem Wunsch nach einem Abenteuer will Rutherford mit ihrem Rundflug mehr Mädchen für Naturwissenschaften begeistern und unterstützt deshalb zwei entsprechende Initiativen.

Spezialtrainings im Fall von Problemen

Unterstützung erhält sie selbst von ihren Eltern, auch wenn die Mutter verhalten reagiert hat. Zur Beruhigung erhielt die Tochter Spezialtrainings für mögliche Probleme in der Luft und an Land – auch das Dunker-Training, das einen darauf vorbereitet, aus einem im Wasser gelandeten Flugzeug auszusteigen.

Eine Herausforderung, die sie täglich zu meistern haben wird, ist das Essen. "Das ist immer kompliziert – in der Regel gibt es ein großes Frühstück, dann nichts und dann ein großes Abendessen", lässt sie über eine PR-Agentur mitteilen. Die Reise finanziert Rutherford übrigens mit Ersparnissen und Sponsoren – außerdem hat sie ihr Auto verkauft.

Hoch hinaus

Und was kommt nach diesem großen Abenteuer? Ein Studium der Informatik oder der Elektrotechnik, um danach Astronautin zu werden. (Kim Son Hoang, 18.8.2021)