Don't try this at home! Zumindest nicht, wenn die Gebäudehöhe über die Gartenhütte hinausgeht. Denn was beim berühmt-berüchtigten britischen Kletterer George King hier so mühelos aussieht, ist lebensgefährlich.

Seit einigen Jahren hat er es sich zur Aufgabe gemacht, europaweit Hochhäuser zu erklimmen – und zwar ohne jegliche Sicherheitsausrüstung und offizielle Erlaubnis.

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Fürs Erklimmen des höchsten Gebäudes Londons – des "Shard", 308 Meter hoch– saß er vor einigen Monaten sogar vorübergehend im Gefängnis. Jetzt ist der 21-Jährige zurück. Vor wenigen Tagen erst ging es auf den Stratosphere Tower, einen Londoner Wohnturm mit einer für Kings Verhältnisse fast schon moderaten Höhe von 117 Metern. Damit wolle er Aufmerksamkeit auf die Klimakrise lenken, verkündete er. Wenige Tage später schaffte King es auch noch auf die Spitze des Unex Towers im Osten Londons.

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Im Frühjahr hat es George King nach Barcelona gezogen, wo er das Melia Barcelona Sky Hotel (Gebäudehöhe: 116 Meter) emporkletterte. Kleine Verschnaufpause zwischendurch? An einer glatten Fassade wie dieser hier unmöglich. Und bis man ganz oben angelangt ist, kann es dauern.

Foto: Pau BARRENA / AFP

George Kings Kollege, der weltberühmte Fassadenkletterer Alain Robert – Spitzname: "the French Spiderman" – hat im Vorjahr ebenfalls in Barcelona den Torre Glories mit einer Höhe von 144 Metern gepackt. All das ohne technische Hilfsmittel – von einem Sack Kreide und seinen Kletterschuhen abgesehen.

Foto: REUTERS/Albert Gea

Früher hat auch Alain Robert viele Hochhäuser auf der ganzen Welt ohne Erlaubnis und meist im Morgengrauen erklommen – und wurde häufig noch während oder sofort nach der Aktion verhaftet.

Zuletzt hat er aber immer wieder hochoffiziell um Erlaubnis angesucht und mit Sponsoren zusammengearbeitet. 2008 konnte er so den Burj Khalifa in Dubai – mit 828 das aktuell höchste Gebäude der Welt – innerhalb einiger Stunden Kletterzeit abhaken, allerdings war er damals gesichert.

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Mittlerweile hat Alain Robert weltweit Höhenluft geschnuppert. International recht ähnlich fallen die Reaktionen von Passanten und Schaulustigen (im Bild bei einem Stunt von Alain Robert in Hongkong) auf solche Aktionen aus: Den meisten wird wohl vom Zuschauen schon schlecht. (zof, 24.8.2021)

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