Am 14. März wird alljährlich der "Pi Day" begangen.

Foto: AP/Chitose Suzuki

Kaum eine Zahl ist so allgegenwärtig und gleichzeitig so rätselhaft wie die Kreiszahl Pi. In der Mathematik mit dem griechischen Buchstaben π bezeichnet, ist diese Zahl als das Verhältnis des Umfangs eines Kreises zum Durchmesser definiert. Damit zählt sie zu jener Gruppe von Zahlen, die von Mathematikern als "irrational" bezeichnet werden. Konkret bedeutet das, dass sie unendlich viele Stellen nach dem Komma besitzt, die sich nicht periodisch wiederholen.

Genau aus dieser Eigenschaft ergibt sich eine sportliche Leistungsschau, der Mathematiker bereits seit der Antike anhängen. Die Aufgabe lautet: Finde so viele Nachkommastellen von Pi wie möglich! Das Aufregende beziehungsweise Ernüchternde an diesem Auftrag ist: Er kann nie zu Ende gebracht werden. So freuen sich seit Archimedes immer neue Generationen von Mathematikern darüber, Pi weitere Nachkommastellen zu entlocken. Auf die ersten paar Stellen gerundet beträgt der Wert von Pi übrigens 3,14159265.

Die Latte für die Jagd nach weiteren Nachkommastellen liegt nun so hoch wie noch nie. Schweizer Forschern ist es mithilfe eines Hochleistungsrechners gelungen, Pi auf 62,8 Billionen Nachkommastellen zu berechnen. Sie übertrafen damit den bisherigen Weltrekord um beachtliche 12,8 Billionen Stellen. Die zehn letzten bekannten Stellen von Pi lauten den Angaben zufolge nun 7817924264.

Doch was genau macht man mit so vielen Nachkommastellen von Pi eigentlich? Die Antwort darauf ist schnell gegeben, und sie lautet wie so oft im Leben: Der Weg ist hier das Ziel.

Denn der Sinn des Projekts liege nicht in der genauen Kenntnis der Ziffernfolge, sondern im Weg, diese berechnen zu können, wie das Team um den Informatiker Thomas Keller von der Fachhochschule Graubünden sagt. Zur Berechnung wurde Hardware genutzt, die beispielsweise auch bei der RNA-Analyse, bei Strömungssimulationen und bei Textanalysen zum Einsatz kommt.

Basierend auf der amerikanischen Datumsschreibweise, in der der Monat vor dem Tag steht, ergeben die ersten Stellen von Pi, 3,14, den 14. März. An diesem Tag begehen jährlich Mathematik-Freaks den Tag von Pi – mit kreisrunden Kuchen, versteht sich. Auch Zahlenmystiker haben mit dem Pi-Day ihre Freude: Dieser fällt nicht nur mit Albert Einsteins Geburtstag zusammen, sondern auch mit dem Todestag von Stephen Hawking, der 2018 ausgerechnet am Pi-Day gestorben ist. (Tanja Traxler, 24.8.2021)