Im Jahr 1989 spielt Eva Menasses neuer Roman "Dunkelblum". Recht offensichtlich steht der fiktive burgenländische Ort fürs reale Rechnitz, in dem es im März 1945 zum Massaker an 600 großteils jüdischen Zwangsarbeitern gekommen ist. 1989 holen die Bürgerinnen und Bürger Dunkelblums die Geschehnisse der letzten Kriegstage wieder ein, während sich im Hintergrund die Öffnung des Eisernen Vorhangs ankündigt.

Mehrere hundert DDR-Bürger rennen am 19. August 1989 über die ungarisch-österreichische Grenze nach Mörbisch.
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Tatsächlich war die Öffnung des Eisernen Vorhangs im Spätsommer 1989 ein zentraler Moment in der Geschichte der Zweiten Republik. Plötzlich war man in Österreich wieder in der Mitte und nicht am Rand eines geteilten Europas. Was im Mai des Jahres mit dem Abbau der Grenzanlagen in Ungarn begann und mit dem "Paneuropäischen Picknick" im August seinen vorläufigen Höhepunkt fand, endete schließlich am 10. September mit der Öffnung der österreichisch-ungarischen Grenze und einem Massenexodus von DDR-Bürgern. Und schließlich versammelte der Fall der Berliner Mauer im November die Nation vor den Fernsehern.

Ihre Erinnerungen an 1989?

Welche Bilder aus diesem Jahr haben Sie deutlich vor Augen? Welchen Eindruck machten die politischen Umwälzungen des Jahres auf Sie? Welchen Einfluss hatten sie auf Ihren Alltag? Und was tat sich in der Zeit in Ihrem Leben? Tauschen Sie sich im Forum aus! (aan, 25.8.2021)