Seit zehn Jahren sind Charlène und Albert von Monaco mittlerweile verheiratet.

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In dieser Wochen haben internationale Stars und ein österreichischer Erfolgsautor den Weg auf neue Social-Media-Plattformen gefunden. Der "Prominente Platz" der Woche sieht sich an, wie sie sich dabei anstellen.

Angelina Jolie ist jetzt auf Instagram

Angelina Jolie hätte es sich einfach machen können. Ein simples Selfie, und wir hätten uns alle überschlagen beim Liken ihres ersten Instagram-Postings. Oder wenn sie alle Rekorde brechen wollte, hätte sie ein Familienfoto mit ihren Kindern teilen können. Jolie ahnte wohl unser aller Neugier und nutzte sie – für den guten Zweck.

Jolies erste drei Instagram-Postings drehen sich nicht um sie selbst, sondern um Geflüchtete und die Situation der Menschen in Afghanistan. So veröffentlichte die US-Schauspielerin einen Brief eines afghanischen Mädchens, das sich um seine Zukunft sorgt. Dieser Beitrag allein hat über drei Millionen Likes erhalten. In nur zwei Stunden hat Jolie über zwei Millionen Follower für ihren Instagram-Kanal begeistert.

Mal sehen, wie die Social-Media-Strategie Jolies in Zukunft aussieht. Wird sie weiterhin nur zu ihrem humanitären Engagement posten? Genug Inhalt dafür hätte sie. Jolie ist immerhin UN-Sonderbotschafterin für Flüchtlingsfragen, und die Welt scheint sich ja gerade zu bemühen, immer mehr Menschen aus der Heimat zu vertreiben. Vielleicht nutzt Jolie ihre Plattform aber auch für weniger wohltätige Zwecke. Im November erscheint etwa mit "Eternals" ein Marvel-Blockbuster, in dem sie eine der Hauptrollen spielt. Vielleicht gesellt sich zu Geschichten über Geflüchtete ja bald Werbung für den Film.

Taylor Swift ist jetzt auf Tiktok

Während Angelina Jolie ihre Plattform schon jetzt für die Geschichten weniger Privilegierter nutzt, versucht Taylor Swift auf ihrem neuen Tiktok-Kanal gar nicht erst so zu tun, als ginge es dort um etwas anderes als sie selbst. Sie postete für ihre knapp 2,1 Millionen Tiktok-Fans bisher zwei Videos. In einem geht es um ihre vergangenen Alben, in dem anderen um ihre Katzen.

So weit, so belanglos. Dabei hat Swift das Erwachen ihres moralischen Empfindens so schön in ihrer Dokumentation "Miss Americana" gezeigt. Damals hatte die US-Sängerin darüber gesprochen, dass sie erkannt habe, wie viel Einfluss sie habe. Und dass sie diese Macht auch dafür nutzen könne, politisch Dinge zu bewegen.

Auf ihrem Tiktok-Kanal zeigt sich diese Einsicht noch nicht. Aber wer weiß, vielleicht geht Swift den umgekehrten Weg Angelina Jolies und steigt mit leichtem Content ein, um uns demnächst Simone de Beauvoir vorzulesen. Die Katzen dürfen trotzdem gerne mit aufs Video.

Thomas Brezina ist auf Tiktok

Jolie, Swift, alles kleine Namen im Vergleich zu der wahren Showgröße, die ihren Weg auf eine neue Social-Media-Plattform gefunden hat. Autor Thomas Brezina teilt jetzt Lebensweisheiten ("Ein echter Knickerbocker lässt niemals locker") und Erfahrungen mit negativem Erwachsenen-Feedback zu seinen Büchern mit seinen 32.000 Tiktok-Fans.

Falls Sie hier jetzt zynische Kommentare über die aufgedrehte Art des Autors lesen möchten, muss ich Sie leider enttäuschen. Zum einen schreibt diese Zeilen ein ehemaliger Brezina-Ultra, der als Kind alle Bücher des Autoren verschlungen hat. Zum anderen ist es eine erfrischend gute Nachricht, dass Brezinas schlechteste Eigenschaft zu sein scheint, dass er zu optimistisch ans Leben herangeht.

So viele Helden unserer Kindheit und Jugend haben sich in den letzten Jahren als Ekel und schlimmstenfalls Verbrecher herausgestellt. Brezina scheint hingegen ein buntes Leben mit einem niedlichen Hund zu leben. "Ein Mann, den niemand hasst", schreibt ein Fan unter Brezinas Video und zeigt: Manchmal unterhält auch ein skandalfreies Leben.

Mette-Marit und Hakon aus Norwegen feiern ihren 20. Hochzeitstag

Was Fans auch zu Brezina sagen: Wie alt er doch geworden ist. Der Witz geht dabei auf ihre eigenen Kosten. Zum einen könnte wohl nicht mal ein Hurrikan aus Höllenflammen Brezinas gute Laune zerstören. Zum anderen heißt ein Hinweis auf Brezinas Alter umgekehrt immer auch, dass wir alle älter geworden sind. Salz in diese Memento-mori-Wunde streut auch das Hochzeitsjubiläum des norwegischen Kronprinzenpaars. Mette-Marit und Haakon sind seit mittlerweile 20 Jahren verheiratet.

Zwanzig. Jahre. Dabei war es doch gestern, dass die "einfache Frau aus dem Volke" den norwegischen Prinzen geheiratet hat. Die beiden haben aber noch mehr mit Brezina gemein als bloß die Tatsache, dass sie uns unsere eigene Vergänglichkeit vor Augen führen. Wie der österreichische Autor scheinen auch Haakon und Mette-Marit ein herrlich unspektakuläres Leben zu führen. Es gibt keine Fotos mit Sexualstraftätern von ihnen wie vom britischen Prinzen Andrew, keine Oprah-Interviews, bei denen rauskommt, dass das Königshaus rassistisch ist.

Das letzte Mal, dass Mette-Marit und Haakon in die Schlagzeilen gerieten, war, als ihre Tochter Ingrid Alexandra sich mit Corona infizierte. Bleibt zu hoffen, dass der Verlauf der Krankheit mild ist und Haakon und Mette-Marit weiter das tun können, was sie so gut können: ein unaufgeregt gutes Leben führen. Zugegeben: Dass es aus Steuermitteln finanziert ist, trägt sicher zur Unaufgeregtheit bei.

Prinz Albert von Monaco und seine Ehefrau Charlène umarmen sich sehr merkwürdig

Apropos Hochzeiten, die lange her sind: Charlène und Prinz Albert von Monaco sind seit zehn Jahren miteinander verheiratet. Sie erinnern sich vielleicht an die Hochzeit, weil der ganze Vibe der Feier so merkwürdig war, dass man als Fernsehzuschauer ein bisschen Gänsehaut bekam. So hat Charlène – die übrigens als Charlene auf die Welt kam und offensichtlich ein aristokratisches Stricherl im Zuge der Ehe erhalten hat – damals während der gesamten Hochzeitszeremonie geweint. Auch Nicht-Körpersprachen-Experten sahen damals: Es war kein "Oh Mann, das hier ist der Beginn einer tollen Zeit mit einem Menschen, den ich liebe"-Weinen. Es war vielmehr ein "Oh Mann, ich kann nicht glauben, worauf ich mich hier eingelassen habe"-Heulen.

Immer wieder gab es Gerüchte um eine mögliche Trennung des Paars. Dass Charlène aus gesundheitlichen Gründen die vergangenen Wochen in Südafrika verbringen musste, hat die Flammen in den Gerüchteküchen nur weiter angefacht. Doch nun postete Charlène Bilder einer wiedervereinten Familie. Die Fotos sind dabei von der Art, dass selbst wenn Prinz Charles sich entschiede, oberkörperfrei ein Instagram-Live-Event zu starten, immer noch über die Bilder Charlènes geredet würde. Und es geht dabei nicht darum, dass die sechsjährige Prinzessin Gabriella sich selbst die Haare geschnitten hat. Das Highlight ist vielmehr ein Bild der Erwachsenen. Prinz Albert und Charlène umarmen sich so verkrampft und merkwürdig, als hätten sie nur in fremdsprachigen Büchern von Umarmungen gelesen.

Weil die Bilder so unangenehm anzusehen sind, lieber schnell zurück zu Prinzessin Gabriella. Wünschen wir ihr, dass sie weiterhin mit ihrem Kopf macht, worauf sie Lust hat. Vor allem, wenn das Ergebnis so ein fescher Haarschnitt ist. (Ana Grujić, 27.8.2021)