Die Auslosung stieg in Istanbul.

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Istanbul – Auf Rapid und Sturm Graz warten in der Fußball-Europa-League schwierige Gegner. Wie die Auslosung am Freitag in Istanbul ergab, treffen die Hütteldorfer in Gruppe H auf Dinamo Zagreb, Genk und West Ham. Sturm Graz bekommt es in Pool B mit attraktiveren Gegnern zu tun, nämlich AS Monaco, PSV Eindhoven (Phillipp Mwene) und Real Sociedad, dem wohl schwierigsten Gegner aus Topf drei. Eröffnet wird die Gruppenphase am 16. September, der Spielplan steht noch nicht fest.

Die Sieger der acht Gruppen qualifizieren sich direkt für das Europa-League-Achtelfinale. Davor machen sich die Pool-Zweiten sowie die Champions-League-Gruppendritten in einem Play-off die weiteren Achtelfinalplätze untereinander aus. Die acht Gruppendritten der Europa League bestreiten in der Conference League ein Play-off gegen die dortigen Gruppenzweiten um ein Achtelfinal-Ticket im neu geschaffenen Bewerb.

Barisic sieht Rapid in Außenseiterrolle

Bei den Rapid-Verantwortlichen dominierte nach der Auslosung die Vorfreude. Vor den Gegnern West Ham, Dinamo Zagreb und KRC Genk ist aber auch der Respekt groß. "Es ist eine sehr interessante Gruppe, in der wir mit Sicherheit Außenseiter sind", sagte Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic. "An den Donnerstagen müssen sie einfach auf einem superhohen Niveau spielen", gab Trainer Dietmar Kühbauer seinem Team bereits mit, das sich besonders auf West Ham freut.

"Favorit sind wir definitiv nicht in dieser Gruppe", ergänzte der Burgenländer, der Österreichs Rekordmeister als Trainer zum zweiten Mal in Serie in die Europa-League-Gruppenphase brachte. Wie im Vorjahr, als sich Rapid mit Arsenal messen durfte (und zwei Niederlagen kassierte), bekamen die Hütteldorfer auch heuer einen Club aus der englischen Premier League zugelost. Nach zwei Runden führt West Ham, der Ex-Club von Marko Arnautovic, das Oberhaus mit dem Punktemaximum an.

"Das ist die beste Liga weltweit, es wird das meiste Geld dort umgesetzt. Das ist eine englische Spitzenmannschaft, über die wir sprechen. Da ist die Herausforderung für uns schon sehr groß", erklärte Barisic. Bekannteste Spieler der Truppe sind "Three Lions"-Mittelfeldspieler Declan Rice, der ukrainische Offensiv-Star Andrij Jarmolenko, der Spanier Pablo Fornals, Goalgetter Michail Antonio sowie die tschechischen EURO-Spieler Tomas Soucek und Vladimir Coufal. Kühbauer outete Rapids-Co-Trainer Thomas Hickersberger als großen Fan der "Hammers", die seit Neujahr 2020 wieder von David Moyes trainiert werden.

Während die Hütteldorfer gegen West Ham und Dinamo Zagreb erstmals im Europacup antreten, kommt es gegen Genk zu einem Wiedersehen. 2013 hatte man in der Europa League in Belgien 1:1 und dann zu Hause 2:2 gespielt, 2016 setzte sich Rapid in Wien mit 3:2 durch, verlor dann aber auswärts mit 0:1.

Sturm will nicht Schießbude sein

Sturm gibt nach zehn Jahren ein Comeback in einer Europacup-Gruppenphase und freut sich auf drei interessante Duelle. "Wir sind zufrieden: ein Top-Team aus Frankreich, ein Top-Team aus Spanien, ein Top-Team aus den Niederlanden. Das ist eine super Herausforderung und Plattform für unsere jungen Spieler, sich zu zeigen. Die Sturm-Fans können sich auf diese großen Gegner richtig freuen", sagte Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker im ORF-Interview.

Die auf 32 Mannschaften reduzierte Europa League ist für ihn ohnehin "die neue Champions League, da sind Riesenmannschaften dabei. Die Marktwerte sind zehnmal so groß wie bei uns", erklärte Schicker, gab sich aber gleich auch kämpferisch. "Natürlich wollen wir auch eine gute Rolle in der Gruppe spielen, wollen nicht die Schießbude der Gruppe sein. Ich traue es der Mannschaft zu, in der Gruppe auch zu punkten", betonte der Sport-Chef.

Für die Steirer kommt es dabei zu einem Wiedersehen mit Monaco. In der Saison 2000/01, mitten in der erfolgreichsten Ära der Clubgeschichte, traf Sturm unter Trainer Ivica Osim in der Champions League auf den Club aus dem Fürstentum, gewann nach einer 0:5-Auswärtsniederlage zu Hause mit 2:0 und schaffte als bisher einziger heimischer Verein als Gruppensieger den Aufstieg.

Verpatzter Ligastart von Monaco

Die seit zehn Jahren vom russischen Milliardär Dmitri Rybolowlew finanzierte Association Sportive de Monaco wird von transfermarkt.at auf einen Marktwert von 370 Millionen Euro eingeschätzt, hat den Start in die französische Ligue 1 aber verpatzt. Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac liegt nach drei Runden mit nur einem Punkt auf dem vorletzten Platz.

Real Sociedad San Sebastian wird ähnlich wertvoll wie Monaco eingeschätzt. Beim bisher einzigen Aufeinandertreffen mit einem österreichischen Club zogen die Basken im Sechzehntelfinale der Champions League 2017/18 gegen RB Salzburg mit 2:2 und 1:2 den Kürzeren.

Viele Bekannte bringt der dritte Konkurrent mit. PSV Eindhoven wird seit Sommer des Vorjahres vom ehemaligen Salzburg-Trainer Roger Schmidt betreut, der heuer seinen Ex-Spieler Andre Ramalho in die Niederlande lockte. Der Vizemeister verpflichtete zudem im vergangenen Juni von Mainz 05 ÖFB-Teamverteidiger Mwene, der sich rechts in der Viererkette gleich einen Stammplatz erkämpfte. Eindhoven, in der Champions-League-Qualifikation knapp an Benfica Lissabon gescheitert, liegt mit zwei Siegen aus zwei Spielen auf Rang zwei der Ehrendivision. (APA, red, 27.8.2021)

Die Auslosung der Gruppenphase der Fußball-Europa-League:

Gruppe A: Olympique Lyon, Glasgow Rangers, Sparta Prag, Bröndby IF

Gruppe B: AS Monaco, PSV Eindhoven (Mwene), Real Sociedad San Sebastian, Sturm Graz

Gruppe C: SSC Napoli, Leicester City, Spartak Moskau, Legia Warschau

Gruppe D: Olympiakos Piräus, Eintracht Frankfurt (Hinteregger, Ilsanker, Trainer Glasner), Fenerbahce Istanbul, Royal Antwerpen

Gruppe E: Lazio Rom, Lok Moskau, Olympique Marseille, Galatasaray Istanbul

Gruppe F: SC Braga, Roter Stern Belgrad (Dragovic), Ludogorez Rasgrad, Midtjylland

Gruppe G: Bayer Leverkusen (Baumgartlinger), Celtic Glasgow, Betis Sevilla, Ferencvaros Budapest (Trainer Stöger)

Gruppe H: Dinamo Zagreb, KRC Genk, West Ham United, Rapid Wien

Spieltermine: 16. und 30. September, 21. Oktober, 4. und 25. November, 9. Dezember