Die Rechtspopulistin steht unter Korruptionsverdacht, die Staatsanwaltschaft fordert 30 Jahre Haft.

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Lima/Salvador – Nach ihrer Niederlage bei der Präsidentschaftswahl in Peru muss sich die Rechtspopulistin Keiko Fujimori nun wegen Korruptionsvorwürfen der Justiz stellen. Bei einer ersten Gerichtsanhörung in dem Verfahren überprüfte Richter Víctor Zúñiga am Dienstag (Ortszeit) die einzelnen Anklagepunkte gegen Fujimori, ihren Ehemann Mark Vito Villanella sowie 38 weitere Mitangeklagte. Fujimori ließ sich bei der Anhörung von ihrer Anwältin Giuliana Loza vertreten.

Fujimori steht in der weitverzweigten Affäre um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht unter Korruptionsverdacht und verbrachte bereits insgesamt 16 Monate in Untersuchungshaft. Sie bestreitet die Anschuldigungen. Die Staatsanwaltschaft hatte im März mehr als 30 Jahre Haft für die Tochter von Ex-Präsident Alberto Fujimori gefordert.

Stichwahl verloren

Fujimori wäre im Falle eines Wahlsiegs aufgrund ihrer Immunität als Staatschefin vorerst vor einer Strafverfolgung geschützt gewesen. Doch die Rechtspopulistin hatte die Stichwahl um das Präsidentenamt im Juni knapp gegen ihren linken Rivalen Pedro Castillo verloren. Sie beantragte daraufhin die Prüfung und Neuauszählung tausender Stimmen. Für ihre Betrugsvorwürfe legte sie jedoch keine stichhaltigen Beweise vor. Am 20. Juli wurde Castillo schließlich zum offiziellen Wahlsieger erklärt. (APA, 1.9.2021)