US-Präsident Joe Biden tröstete vom Unwetter betroffene Bewohner in Galliano (Louisiana).

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New York – US-Präsident Joe Biden hat den Opfern des verheerenden Hurrikans Ida bei einem Besuch im Katastrophengebiet im Süden der USA Unterstützung zugesagt. "Ich weiß, dass Sie leiden", sagte Biden am Freitag in LaPlace bei New Orleans im Bundesstaat Louisiana. "Ich möchte, dass Sie wissen: Wir werden für Sie da sein." Er warnte die Amerikaner, dass solche katastrophalen Stürme im Zuge der Klimaerwärmung heftiger und häufiger werden.

Bei der Katastrophenhilfe und dem Wiederaufbau dürften politische Motive keine Rolle spielen. "Hier geht es nicht darum, ob man Demokrat oder Republikaner ist. Wir sind Amerikaner, und wir werden das gemeinsam durchstehen", sagte Biden.

Der US-Präsident will in der kommenden Woche im Nordosten der USA die Katastrophengebiete besuchen, in denen Ausläufer des Hurrikans Ida gewütet hatten. Das Weiße Haus teilte am Samstag mit, Biden werde am Dienstag Manville im Bundesstaat New Jersey und den Bezirk Queens in New York besuchen, um sich dort ein Bild von den Sturmschäden zu machen.

Immer noch Stromprobleme

In Louisiana und dem benachbarten Bundesstaat Mississippi waren infolge des Hurrikans mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben des Weißen Hauses hatten zuletzt 800.000 Haushalte in der Katastrophenregion noch immer keinen Strom.

Nach fast einer Woche ohne Strom kommen die Bewohner in den von Hurrikan Ida betroffenen Regionen des US-Bundesstaats Louisiana auch kaum noch an Treibstoff für ihre Notstromaggregate. Mehr als zwei Drittel der Tankstellen in den Großstädten New Orleans und Baton Rouge konnten laut der Preisvergleichsseite Gasbuddy.com am Freitag keinen Kraftstoff verkaufen. Das liege weniger daran, dass sie selbst nicht beliefert würden, sagte Patrick De Haan, Erdölexperte bei Gasbuddy. "Es gibt viele Tankstellen, die viel Benzin haben, aber ihre Zapfsäulen nicht betreiben können, weil sie selbst keinen Strom haben."

Ida war am Sonntag als Hurrikan der Stärke vier (von fünf) südwestlich von New Orleans auf die Küste getroffen und hatte massive Schäden angerichtet. Dann schwächte sich der Sturm über Land ab und zog nach Nordosten weiter. Dort kam es in der Metropole New York und in mehreren Bundesstaaten zu heftigen Regenfällen und katastrophalen Überschwemmungen. Mindestens 48 Menschen starben, die weitaus meisten davon in New Jersey sowie der Stadt New York und deren Umland.

Klimakrise

Biden wertet den Hurrikan im Süden, die Überflutungen im Nordosten und die aktuellen Waldbrände im Westen der USA als weitere Belege dafür, dass die Klimakrise begonnen hat. Er warnte, Stürme würden künftig noch heftiger und häufiger werden. Die in den USA vielerorts marode Infrastruktur müsse dieser Entwicklung angepasst werden. Biden rief den Kongress dazu auf, entsprechende Gesetze zu verabschieden und Mittel für den Infrastruktur-Ausbau zur Verfügung zu stellen. Der Demokrat hat den Kampf gegen den Klimawandel zu einem seiner wichtigsten Ziele erklärt.

Die Aufräumarbeiten nach den verheerenden Unwettern im Nordosten gingen unterdessen weiter. Auch in dieser Katastrophenregion hatten am Freitag weiterhin Zehntausende Menschen keinen Strom. Dort waren bei dem Unwetter am Mittwochabend innerhalb kürzester Zeit Straßen zu reißenden Flüssen geworden, Menschen wurden in ihren Autos von den todbringenden Wassermassen eingeschlossen, Krankenhäuser, Regierungsgebäude und Wohnhäuser von den Einsatzkräften leergepumpt. Im New Yorker Central Park gingen binnen einer Stunde 80 Millimeter Regen nieder – die erst Ende August erreichte historische Höchstmarke für New York von 49 Millimetern wurde damit regelrecht pulverisiert. (APA, dpa, 4.9.2021)