Mit Booten wurden die Menschen im mexikanischen Bundesstaat Hidalgo in Sicherheit gebracht, nachdem Sturzfluten für schwere Überschwemmungen und Schäden gesorgt hatten.

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In der Hauptstadt verließen viele Menschen ihre Häuser.

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Beschädigtes Taxi in Acapulco.

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Mexiko-Stadt – Sturzfluten verwandelten Straßen zwischenzeitlich zu reißenden Strömen. Im zentralmexikanischen Bundesstaat Hidalgo traten mehrere Flüsse über die Ufer und setzten auch Wohnhäuser unter Wasser. Die Stromversorgung war aufgrund der Überschwemmungen unterbrochen, was vor allem im Krankenhaus der Stadt Tula zu Problem führte.

Der Notstromgenerator stand im Wasser, die Covid-19-Patienten hatten auf den Intensivstationen keinen Sauerstoff mehr. Mindestens 17 Menschen starben in dem Spital. Die Helferinnen und Helfer mussten mit kleinen Booten ausrücken, um weitere Patienten in Sicherheit zu bringen. Neugeborene wurden in Brutkästen aus dem Spital getragen, berichten lokale Medien.

Präsident "sehr traurig"

In einer TV-Ansprache sagte Präsident Andrés Manuel López Obrador, dass er "sehr traurig" über die Spitalsopfer sei. Er forderte jene Menschen auf, die in tieferen Lagen wohnen, Schutz zu suchen oder bei Familienmitgliedern und Bekannten unterzukommen.

In einem weiteren Flutgebiet nahe der Hauptstadt Mexiko-Stadt starben zudem mindestens zwei Menschen.

Auch die Mega-Metropole selbst wurde von einer Naturkatastrophe getroffen. Fast 32 Jahre nach dem Beben der Stärke 8,5, das rund 10.000 Menschen getötet hatte, zitterte die Erde abermals. Erdstöße der Stärke 7,0 ließen die Gebäude in Mexiko-Stadt wackeln und den Strom ausfallen.

Das Epizentrum lag nahe dem Badeort Acapulco, der mehr als 300 Kilometer entfernt ist. Menschen rannten ängstlich ins Freie, heißt es in Medienberichten. Eine Frau sagte laut BBC, dass das Vorwarnsystem nicht angeschlagen habe. Ein Mann ist gestorben, weil ein Mast auf ihn gestürzt ist.

Feuerring

Eine herausgegebene Tsunamiwarnung für die Pazifikküste des Bundesstaats Guerrero konnte bald darauf wieder zurückgenommen werden.

Das lateinamerikanische Land liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring. Dieser heißt so, weil dort immer wieder die Erde bebt. Zuletzt wurde Mexiko 2017 von einem schweren Erdstoß der Stärke 7,1 getroffen. Damals starben 369 Menschen. Das Epizentrum lag damals näher an der Hauptstadt. (Bianca Blei, 8.9.2021)