Die geheime Farm soll seit mindestens Februar in Betrieb gewesen sein.

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Wegen einer Reihe von Verstößen und des dabei erfolgten Missbrauchs seiner beruflichen Verantwortung droht einem hochrangigen Mitglied der Verwaltung von Suffolk County, New York, eine hohe Haftstrafe. Der 42-jährige Christopher N. soll als IT-Chef des Bezirks heimlich eine Kryptofarm in den Büroräumlichkeiten betrieben haben.

Laut den Ermittlern, so berichtet die "New York Times", versteckte er insgesamt 46 "spezialisierte Geräte" für das Minen von Bitcoins und anderen Kryptowährungen an unterschiedlichen Stellen. Aufgefunden wurden diese – es dürfte sich um sogenannte Asic Mining Rigs gehandelt haben – unter anderem in einem leeren Schaltkasten oder unter Bodenplatten.

Belohnung für Rechenpower

Beim Mining werden komplexe Berechnungen ausgeführt, um Transaktionen zu bestätigen, die anschließend in der Blockchain – vergleichbar mit einem Überweisungsverzeichnis – der jeweiligen Kryptowährung vermerkt werden. Als Belohnung generiert und verteilt das Netzwerk neues Digitalgeld an die Beitragenden.

Im Falle von Bitcoin haben die notwendigen Berechnungen eine Komplexität erreicht, die das Prozedere für gängige PCs trotz geeigneter Grafikkarte nicht mehr rentabel machen, da das Verhältnis zwischen der investierten Zeit sowie Stromkosten und den Ausschüttungen nicht mehr passt.

Massive Stromkosten

N. gestand, dass die gefundenen Mining-Geräte ihm gehörten und er sie monatelang betrieben hatte. Dem Bezirk entstanden dadurch zusätzliche Stromkosten in bisher noch nicht bekannter Gesamthöhe. Allein die zuerst entdeckten zehn Mining Rigs sollen zumindest seit Februar in Betrieb gewesen sein und die Stromrechnung um 6.000 Dollar erhöht haben. Für die weiteren 36 Geräte wurden noch keine Berechnungen angestellt.

Für den mutmaßlichen Täter könnte die Angelegenheit schwere Folgen haben. Er wurde angeklagt wegen Korruption, schweren Diebstahls, Einbruchs in Computersysteme und Amtsmissbrauchs. Die Ermittlungen laufen zudem noch. Nach aktuellem Stand drohen N. bei einem Schuldspruch bis zu 15 Jahre Haft. (gpi, 9.9.2021)