Der Einzelhändler sorgte vor einigen Monaten für Aufregung, als Kleinanleger den Aktienkurs in die Höhe trieben.

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Das Fortbestehen des Videospiel-Einzelhändlers Gamestop hängt schon seit einiger Zeit am seidenen Faden. Spiele werden hauptsächlich über die Onlinestores der Konsolenhersteller oder Plattformen wie Steam verkauft, was das Geschäft des einst erfolgreichen Unternehmens einbrechen ließ. Der Unternehmenswert schien sich vor einigen Monaten nur kurzzeitig zu erholen, als Kleinanleger auf Reddit den Aktienkurs in die Höhe trieben. In einem neuen Versuch, das Unternehmen zu retten, will sich Gamestop nun vom auf Gaming spezialisierten Einzelhändler zum "Technologie-Unternehmen" weiterentwickeln. Das wurde im Rahmen der jüngsten Gewinnmitteilung bekanntgegeben.

Sieht man sich die Gamestop-Webseite oder auch die Filialen an, dürfte die Entwicklung niemanden verwundern. Schon seit längerem findet man dort neben Videospielen oder Gaming-Hardware auch allerlei Fanartikel, Brettspiele oder Sammlerstücke, die nur entfernt mit dem eigentlich vermittelten Kerngeschäft zu tun haben. Dieses Vorgehen zu verschriftlichen verdeutlicht allerdings, dass man sich nun anders positionieren will, wie Gamstop aufwirft.

Neue Ausrichtung

"Gamestop hat zwei langfristige Ziele: Kunden zu begeistern und Werte für die Aktionäre zu schaffen. Wir entwickeln uns von einem Einzelhändler für Videospiele zu einem Technologieunternehmen, das Kunden mit Spielen, Unterhaltung und einem breiten Sortiment an Produkten verbindet", heißt es in einer Einreichung bei der Börsenaufsicht SEC. Man konzentriere sich also darauf, eine große Auswahl, wettbewerbsfähige Preise und schnellen Versand anzubieten. Das werde unterstützt "durch einen Kundenservice mit hohem Kontaktwert und ein reibungsloses E-Commerce- und Ladenerlebnis."

Um dieses Ziel umzusetzen, will Gamestop seinen möglichen Markt durch einen erweiterten Produktkatalog vergrößern. Vor allem im Bereich der Unterhaltungselektronik, der Sammlerstücke und Spielzeuge will man das Angebot vergrößern – sofern es für das Geschäft Sinn ergibt. Um schnellere Lieferzeiten zu ermöglichen, eröffnete das Unternehmen bereits eine Anlage im US-Bundesstaat Pennsylvania, in Kürze soll ein weiterer Standort in Nevada folgen.

Dank Investitionen in neue Systeme und modernisierte E-Commerce-Assets sollen außerdem die technologischen Fähigkeiten ausgebaut werden.

Offene Zukunft

Ob das US-Unternehmen mit diesen Maßnahmen dem aktuellen Abwärtstrend entgegenwirken kann, ist unklar. Alleine im letzten Quartal verzeichnete Gamestop Verluste in Höhe von 63 Millionen US-Dollar. Zwar waren es im selben Zeitraum im Vorjahr noch 111,3 Millionen Dollar., dennoch bleibt offen, welche Wirkung die neue Taktik wirklich zeigt. (mick, 14.9.2021)