Der deutsche Softwareanbieter Suse startete seine Premiere am Aktienmarkt mit einem Minus, mittlerweile ist man optimistischer.

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Der Linux-Softwareanbieter Suse traut sich im Gesamtjahr mehr zu. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) werde über der Prognose für das Geschäftsjahr zu Ende Januar 2022 liegen, kündigte Suse aus Nürnberg am Donnerstag an. Inklusive des Zukaufs der Open-Source-Plattform für Container-Anwendungen, Rancher, dürfte es damit für mehr als 266 Millionen Dollar reichen.

Zugewinne

Am Aktienmarkt kam die Zuversicht gut an. Das Suse-Papier kletterte zwischenzeitlich um mehr als fünf Prozent auf 33,89 Euro und lag damit deutlich über dem Ausgabepreis von 30 Euro. Suse hatte im Mai in Frankfurt den laut Firmenchefin Melissa Di Donato bislang größten Börsengang eines europäischen Software-Unternehmens 2021 gestemmt, aus dem rund eine halbe Milliarde Euro in die Firmenkasse floss. Einiges davon wurde in das Wachstum gesteckt. Software-Anwendungen, deren Quelltexte wie bei Linux öffentlich zugänglich und nicht durch Patente geschützt sind, haben angesichts der beschleunigten Digitalisierung Hochkonjunktur.

Im dritten Quartal zu Ende Juli stieg das bereinigte Ebitda um 84 Prozent auf 65 Millionen Dollar, wie das Unternehmen mitteilte, dessen Firmenname für "Software und System-Entwicklung" steht. Der Umsatz kletterte um rund ein Fünftel auf 151 Millionen Dollar und soll im Gesamtjahr in der oberen Hälfte der angekündigten Spanne von 550 bis 570 Millionen Dollar liegen. Suse zufolge schlug sich vor allem Rancher jüngst gut und auch das Cloud-Geschäft lief rund. (Reuters, 1609.2021)