Ein U-Boot-Deal führt zu internationalen Verwerfungen.

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Canberra – Im Streit über ein geplatztes Mega-Rüstungsgeschäft tritt Australiens Regierungschef Scott Morrison scharfen Attacken aus Frankreich entgegen. Morrison wies am Freitag Vorwürfe zurück, der französischen Regierung nicht rechtzeitig signalisiert zu haben, dass der lukrative U-Boot-Auftrag für den französischen Konzern Naval Group scheitern könnte. Er habe Präsident Emmanuel Macron bereits im Juni informiert, dass Australien sich womöglich anders entscheiden werde.

Indopazifik-Vereinbarung als "Dolchstoß"

Anlass des Streits ist der am Donnerstag bekanntgegebene Indopazifik-Sicherheitspakt Australiens mit den USA und Großbritannien. Er sieht unter anderem vor, dass Australien mit Technologien der beiden Partner nuklear betriebene U-Boote baut. Damit wurde die 2016 mit der Naval Group vereinbarte Lieferung von konventionellen U-Booten im Volumen von 40 Milliarden Dollar hinfällig. Frankreich zeigte sich daraufhin völlig überrascht und bestritt, im Vorhinein über die Entscheidung informiert worden zu sein. Außenminister Jean-Yves Le Drian äußerte sich "extrem zornig" und beschrieb die Indopazifik-Vereinbarung als Dolchstoß.

Bedenken kommuniziert

Demgegenüber sprach Morrison von einer Entscheidung im nationalen Interesse. Er habe Macron gegenüber schon im Juni bei einem Abendessen in Paris sehr deutlich gemacht, dass Australien seine Haltung geändert habe. Damals habe er darauf hingewiesen, dass Australien sich mit einem "neuen strategischen Umfeld" konfrontiert sehe und daher erhebliche Bedenken habe, was die Möglichkeiten konventioneller U-Boote angehe, sagte Morrison dem Radiosender 5aa. (APA, Reuters, 17.9.2021)