Achtung, Strahlung!

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Gorleben/Berlin – Das einst als Atommüll-Endlager in Betracht gezogene Bergwerk Gorleben in Niedersachsen wird geschlossen. Das deutsche Umweltministerium beauftragte den Betreiber nach eigenen Angaben vom Freitag mit der Stilllegung. "Das Kapitel Endlager Gorleben wird ab dem heutigen Tag geschlossen", erklärte Staatssekretär Jürgen Flasbarth. "Ich hoffe, dass im Wendland nun die Wunden heilen können, die der jahrzehntelange Streit um Gorleben gerissen hat."

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hatte bereits im September 2020 entschieden, dass sich der Salzstock Gorleben nicht als Endlager für Atommüll eigne. Auch der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) erklärte nun: "Ab heute gibt es keine Hintertür mehr."

Zwischenlager

Der Salzstock im Norden Niedersachsens war seit vielen Jahrzehnten als Atommüll-Endlager im Gespräch. Die diesbezüglichen Erkundungen wurden bereits Ende der 1970er-Jahre begonnen. Zudem existiert in Gorleben seit 1995 ein Atommüll-Zwischenlager. Transporte dorthin aus französischen Atommeilern riefen in den vergangenen Jahren immer wieder Proteste und Blockaden von Umweltaktivisten hervor.

Immer wieder protestierten Umweltaktivisten gegen das geplante Endlager.
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Nuklearenergie ist zuletzt angesichts der Klimakrise wieder zum Thema geworden, die Atommüll-Problematik macht die klimafreundliche Kernenergie aber zu einer nur mäßig attraktive Alternative. Allerdings arbeiten Forscher an Möglichkeiten, Atommüll zu recyceln – mehr dazu hier im STANDARD. (APA, Reuters, 17.9.2021)