Die Zahl der Migranten, die mit einem Boot nach Großbritannien übersetzen, hat seit 2018 deutlich zugenommen. (Symbolbild)

Foto: Reuters / Paul Childs

Lille – Französische Schiffe haben 108 Migranten beim Versuch der Überfahrt nach Großbritannien aus dem Ärmelkanal gerettet. Die Migranten seien in Booten unterwegs gewesen, die teils in Seenot geraten, teils bereits gekentert waren, teilten die französischen Behörden am Dienstag mit. Ein Boot der Seenotrettung und ein Patrouillenboot des französischen Zolls hätten die Menschen aufgenommen und sie in die Häfen von Dünkirchen und Calais gebracht.

Nach Angaben der Präfektur versuchten zwischen Jänner und Ende August etwa 15.400 Migranten die Überfahrt über den Ärmelkanal. Etwa 3.500 von ihnen wurden aus Seenot gerettet und zurück nach Frankreich gebracht. Im gesamten Vorjahr waren es 9.500 gewesen.

Mehr Migranten seit 2018

Seit Ende 2018 hat die Zahl der Migranten, welche die Überfahrt nach Großbritannien per Boot unternehmen, deutlich zugenommen. Ein Grund dafür sind die verschärften Sicherheitsvorkehrungen beim Güterverkehr. In den Jahren zuvor hatten Migranten eher versucht, sich auf Lastwagen zu verstecken.

Zwischen Frankreich und Großbritannien schwelt seit langem ein Streit über den Umgang mit den Migranten. London hatte sich im Juli dazu verpflichtet, 63 Millionen Euro dafür zu zahlen, dass Frankreich die Kontrollen verschärft und die riskanten Überfahrten verhindert. (APA, 21.9.2021)