House of Fed.

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Washington – Die US-Notenbank Fed hält trotz hoher Inflation an ihrer ultralockeren Geldpolitik fest. Der Leitzins bleibt in der Spanne von null bis 0,25 Prozent, wie die Federal Reserve am Mittwoch nach ihrer Zinssitzung in Washington mitteilte. Ökonomen hatten mit der Entscheidung gerechnet.

Allerdings signalisierten die Währungshüter in ihrem Ausblick im Mittel, dass es bereits nächstes Jahr eine Erhöhung geben könnte. Bisher hatten sie eine Zinswende erst ein Jahr später angepeilt. Zugleich erwarten die Notenbanker, dass die Inflation dieses Jahr auf einen Wert von 4,2 Prozent steigen wird – mehr als doppelt so hoch wie von der Fed angestrebt.

Ziel der Niedrigzinspolitik ist es, die US-Wirtschaft bei der Überwindung der Folgen der Pandemie zu unterstützen.

Herunterfahren ohne Zeitplan

Ihre Geldspritzen im Umfang von monatlich 120 Milliarden Dollar (rund 102 Milliarden Euro) wollen die Notenbanker beibehalten, bis erhebliche Fortschritte bei Preisstabilität und Arbeitslosigkeit erreicht sind. Zugleich signalisierten sie, dass eine Dosisverringerung bald erforderlich werden dürfte, falls sich die Fortschritte weitgehend wie erwartet einstellen sollten. Fed-Chef Jerome Powell hat ein Herunterfahren der massiven Wertpapierkäufe für dieses Jahr bereits in Aussicht gestellt, jedoch noch keinen Zeitplan vorgelegt.

Der im vergangenen Jahr wegen der Corona-Krise beschlossene Ankauf von Wertpapieren soll die Liquidität der Finanzmärkte verbessern und die Bereitstellung von Krediten für Haushalte und Firmen erleichtern.

Bereits Ende Juli hatte die Fed mit Blick auf das Anleihenprogramm erklärt, die US-Wirtschaft habe Fortschritte bei Zielen der Vollbeschäftigung und der Inflationsentwicklung erzielt. Dies wurde jetzt bekräftigt. Und die Fed stellte in Aussicht, dass eine Drosselung des Rückkauftempos "bald" gerechtfertigt sein könnte, wenn sich die Entwicklung wie erwartet fortsetze. (APA, 22.9.2021)