Unter anderem der in den USA beliebte F-150 hat eine elektrische Version erhalten.

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Insgesamt 11,4 Milliarden US-Dollar wollen Ford und der südkoreanische Akkuhersteller SK Innovation für neue Fabriken in den US-Bundesstaaten Tennessee und Kentucky ausgeben. Dabei handelt es sich um die ersten komplett neu gebauten Produktionsstätten des Autobauers seit 50 Jahren, berichtet "The Verge". Mit diesen soll sowohl die Entwicklung als auch die Produktion von Elektrofahrzeugen und Batterien vorangetrieben werden.

In Tennessee ist demnach ein "Mega-Campus" geplant, in dem eine Produktionsstätte für Pick-up-Trucks der F-Serie und die Batteriemontage untergebracht werden soll. Mit einer Größe von 23 Quadratkilometern handelt es sich dabei um die größte Fabrik in der Unternehmensgeschichte. In Kentucky sollen Lithium-Ionen-Batterien hergestellt werden.

Zwar gehen die Standorte erst 2025 online, das signalisiere laut Ford-CEO Jim Farley allerdings, wie ernst das Unternehmen sein Engagement für die Elektromobilität nehme.

Neue Regulierungen

Derzeit wird im US-Kongress über einen Infrastrukturdeal diskutiert, mit dem der Bau hunderter neuer Ladestationen ermöglicht werden würde und neue Anreize für Käufer geschaffen werden sollen. Außerdem gibt es unter anderem in Kalifornien den Plan, neue Autos mit Verbrennungsmotoren ab 2035 zu verbieten. Laut Farley seien Elektroautos demnach in einer ähnlichen Position wie Smartphones 2007. Es gehe um digitale Fahrzeuge mit eingebetteten Systemen und einem Kundenerlebnis, das von einer Software geleitet und jeden Tag besser wird. Das verändere die Definition von Autos.

Um seine Ziele zu erreichen, sei laut Ford jährlich eine Produktionskapazität von 140 Gigawattstunden notwendig, die neuen Batteriefabriken werden 129 GWh liefern. Zum Vergleich: General Motors plant in den USA vier neue Standorte mit einer Kapazität von 140 GWh, Volkswagen plant in Europa gleich sechs Produktionsstätten mit einer Gesamtleistung von 240 GWh.

Der angesprochene Mega-Campus in Tennessee soll den Namen Blue Oval City tragen und bei Kosten von 5,6 Milliarden Dollar etwa 6.000 neue Jobs schaffen. Die Fabrik wird in das bestehende Ökosystem zur Herstellung eines erweiterten Line-ups elektrischer F-Serie-Fahrzeuge integriert werden. Die Batteriefabrik in Kentucky wird unterdessen 5,8 Milliarden Dollar kosten und soll 5.000 Stellen schaffen.

Nicht problemfrei

Der Switch zur Elektromobilität lief allerdings auch für Ford nicht problemfrei ab. Erst diese Woche veröffentlichte das Unternehmen einen Rückruf des Mustang Mach-E, weil der Klebstoff zur Anbringung der Windschutzscheibe und des optionalen Glasdachs nicht sicher genug war. Außerdem verzögerten sich anfangs die Lieferungen, nachdem ein Softwareproblem entdeckt worden war, das zum Tod der Batterie führte. (red, 28.9.2021)