Immer noch die bei weitem populärste Suchmaschine: Google.

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4,34 Milliarden Euro: So hoch ist die Strafe, die Google der EU zahlen soll, da es seine Marktmacht rund um das Betriebssystem Android unfair genutzt habe, um sich selbst einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Eine Entscheidung, gegen die sich der Konzern vehement wehrt – so nun aktuell in einem Verfahren, wo das Such-Imperium im Verlauf der Woche seine Berufungsgründe vor Gericht vorträgt. Eines der Argumente: Nutzerinnen und Nutzer würden sich sehr wohl von sich aus bewusst für Googles Produkte entscheiden. Als Beleg legen die Anwälte des Konzerns eine Analyse des Suchverhaltens beim Konkurrenten Bing von Microsoft vor. Dort am häufigsten gesucht: Google, sagt der Alphabet-Anwalt Alfonso Lamadrid vor dem EuGH in Luxemburg. Demnach würden User Google nicht verwenden, weil sie müssten, sondern weil sie es wollen.

Nutzer würden Google präferieren

Der Rechtsstreit dreht sich um die Frage, ob Google seine Marktmacht ausgenutzt hat, indem es Hersteller, die auf sein Betriebssystem Android zugreifen wollte, dazu verpflichtete, auch andere Google-Apps anzubieten und die Suchmaschine des Konzerns standardmäßig auf Geräten einzustellen. Nein, sagt Alphabet – Nutzerumfragen würden ergeben, dass immerhin 95 Prozent aller User lieber Google als andere Suchmaschinen nutzen würden. Die Vormachtstellung des Konzerns sei also kein Ergebnis unfairen Wettbewerbs, sondern zeige schlicht die Popularität der eigenen Dienste.

Zahlen dürften stimmen

Tatsächlich dürfte stimmen, dass Google am öftesten bei Bing gesucht wird. Das legen zumindest auch Zahlen des Analyseunternehmens Ahrefs nahe. Die Firma liefert jährlich Zahlen zu den Top-Suchbegriffen. Weltweit am öftesten, nämlich rund 41 Millionen Mal, wurde demnach nach "Google" gesucht. Am zweitöftesten googleten Bing-User offenbar "Youtube". Aber auch Bing selbst wurde immerhin 5,5 Millionen Mal bei Bing gesucht.

Der Grund für die Präferenz dürfte schlicht an der Größe des Indexes der jeweiligen Suchmaschine liegen. Nutzerinnen und Nutzer wollen schließlich vor allem besonders präzise Ergebnisse. Hier hat Google seit Jahren klar das Zepter in der Hand – und wird es so bald auch nicht mehr hergeben. (muz, 29.9.2021)