Hillary Clinton bei ihrer Angelobung zur ersten weiblichen Präsidentin der Queens University in Belfast, Nordirland.

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London – Die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton (73) erwartet zu ihren Lebzeiten keine "echte Gleichberechtigung" von Frauen und Männern. Noch immer gebe es eine "sogenannte Doppelmoral", Frauen in mächtigen Ämtern würden ständig hinterfragt, sagte Clinton in der BBC im Gespräch mit der britischen Historikerin Mary Beard.

Erfahrungen im Wahlkampf

Die Politikerin hatte 2016 bei der US-Präsidentschaftswahl gegen Donald Trump verloren. Clinton sagte, sie habe damals geschätzt 25 Tage damit verbracht, Kleidung auszuwählen sowie sich um Frisur und Make-up zu kümmern. "Das habe ich getan, weil es ein Aspekt der sogenannten Doppelmoral ist", sagte Clinton und verwies zum Vergleich auf den britischen Premierminister Boris Johnson: "Ihr habt einen Premier, der nie seine Haare kämmt." Männer müssten lediglich duschen, meinte sie.

"Ich glaube nicht, dass eine von uns echte Gleichberechtigung erleben wird", sagte Clinton zu Beard. "Weil wir uns gleichzeitig mit bedeutenden institutionellen Systemreformen und Vorurteilen von Männern und Frauen gegen Frauen an der Macht auseinandersetzen müssen." Junge Frauen, die in die Politik gingen, würden immer gefragt, ob sie verheiratet seien und Kinder hätten – wenn nicht, warum, und wenn ja, warum kümmere sie sich nicht um sie? (APA, 1.10.2021)