Schlagzeilen rund um Facebook reißen nicht ab.

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Stundenlang waren am Montagabend alle Facebook-Services offline – und das weltweit.. Ein Malheur für den IT-Konzern, der durch seinen bisher größten Ausfall angeblich Verluste in Höhe von 60 Millionen US-Dollar verzeichnete, wie Marktforschungsinstitute schätzen.

Gleichzeitig sahen Darknet-Userinnen und -User offenbar eine Chance, um sich an der Situation zu bereichern: In einem Forum bot ein Nutzer eine Datenbank an, die angeblich die Daten von 1,5 Milliarden Facebook-Nutzern beinhalten soll. Das berichtet die Plattform "Privacy Affairs". Die Daten seien durch sogenanntes Web-Scraping, also das Auslesen von Inhalten im Netz, gesammelt worden. Dabei wird nicht in die Systeme eines Unternehmens eingebrochen, sondern öffentlich verfügbare Daten zusammengetragen und in einer Datenbank ausgewertet.

Keine Verbindung zu Ausfall

Sie dürften somit in keiner Weise mit dem Ausfall von Facebook in Verbindung stehen. Dennoch seien sie echt und stammen aus dem heurigen Jahr, behauptet der Verkäufer. Für ihn ist der Zeitpunkt des Angebots ein glücklicher, sorgte das doch für viel Aufmerksamkeit, während noch unklar war, wo der Grund für die Facebook-Störung lag. Allerdings haben sich bereits Zweifel an der Echtheit der Infos angesammelt: Manche User geben an, den verlangten Betrag gezahlt und nichts bekommen zu haben.

Deswegen ist die Echtheit des Angebots infrage zu stellen. Der Verkäufer selbst hat auf diese Behauptung noch nicht reagiert. Nach seinen Angaben beinhalten die Datensätze den Namen, die E-Mail-Adresse, den Standort, das Geschlecht, die Handynummer und die Facebook-User-ID von Betroffenen.

Vermutlich nicht echt

Der Verkäufer hatte Beispieldaten zur Verfügung gestellt, die wiederum authentisch aussehen. Eine Untersuchung bisheriger Leaks zeigte zudem, dass es sich zumindest bei den als Beleg zur Verfügung gestellten Inhalten um neue Datensätze handelt, die nicht aus vorherigen Leaks gesammelt wurden.

Auch wenn es sich um einen Fake handeln dürfte, ist Nutzerinnen und Nutzern von Facebook zu empfehlen, ihre Daten privat zu stellen. Für ethisch weniger bewanderte Marketingfirmen sind derartige aus öffentlichen Quellen gesammelte Datensätze eine Goldgrube, um Spam-Mails und Co zu versenden. (red, 5.10.2021)