Glück gehabt: Die dritte Ryzen-Generation läuft noch mit Windows 11.

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Am Dienstag kam das, was eigentlich nie hätte kommen sollen. Mit Windows 11 hat Microsoft eine neue Generation seines Betriebssystems veröffentlicht – und damit die erste nach der ganz sicher allerletzten. Die Neuerungen waren dabei nicht mehr die ganz große Überraschung, immerhin befand sich die neue Version zuvor schon einige Monate lang im Betatest. Zudem war die Diskussion im Vorfeld ohnehin von den deutlich angestiegenen Mindestanforderungen dominiert.

Bugs

Doch selbst wer eine passende Hardware hat, sollte sich nicht notwendigerweise gleich auf das Update stürzen. Vor allem, wenn man einen AMD-Prozessor nutzt. Wie der Prozessorhersteller nun gemeinsam mit Microsoft bestätigt, führt die neue Version auf diversen Ryzen-Chips nämlich zu Leistungseinbußen.

Verantwortlich dafür sind gleich mehrere Bugs. Einer davon führt dazu, dass sich die Latenz des L3-Caches der CPU verdreifacht. Das führt bei Anwendungen zu einem typischen Performance-Verlust von drei bis fünf Prozent. Bei aufwendigen Spielen ist der negative Effekt hingegen deutlich stärker ausgeprägt und liegt eher im Bereich von zehn bis fünfzehn Prozent.

Threads verlagern

Dazu kommt noch, dass Windows 11 ein Problem mit einer AMD-Technologie namens "Preferred Core" hat, also "bevorzugter Kern". Diese soll eigentlich besonders leistungshungrige Aufgaben auf den stärksten Kern verschieben, das funktioniert hier aber eben nicht zuverlässig. Besonders deutlich soll das bei Systemen mit mehr als acht Kernen auftreten. In diesem Fall gibt es keine konkreten Angaben zu Performance-Auswirkungen.

AMD und Microsoft betonen aber zumindest, dass man derzeit bereits an der Fehlerbehebung beider Probleme arbeite. Passende Updates sollen noch im laufenden Monat folgen. Gerade wer bei Spielen Wert auf das letzte Quäntchen Leistung legt, sollte wohl noch bis dahin mit einem Update auf Windows 11 warten. (apo, 7.10.2021)