Offenbar sollte der Anschlag einen Politikerconvoi treffen.

Foto: Reuters/FAWAZ SALMAN

Aden – In der jemenitischen Hafenstadt Aden ist am Sonntag ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug explodiert. Mindestens vier Menschen wurden dabei getötet, wie Reuters-Reporter vor Ort berichteten und aus Sicherheitskreisen verlautete.

Der Gouverneur von Aden, Ahmed Lamlas, und Landwirtschaftsminister Salem al-Sukatri hätten sich zum Zeitpunkt der Detonation in der Nähe aufgehalten, verlautete aus Sicherheitskreisen. Ihr Konvoi sei das Ziel des Anschlages gewesen. Die beiden Politiker hätten die Explosion des Fahrzeuges überlebt.

Huthis vs. Saudi Arabien

In dem seit Jahren andauernden Konflikt zwischen schiitischen Huthi-Rebellen und einer von Saudi-Arabien geführten sunnitischen Allianz, die die jemenitische Regierung stützt, gab es wiederholt Anschläge. Die Huthi-Rebellen kontrollieren weitgehend den Norden des Landes, die Regierung den Süden. Die Instabilität im Süden des Landes erschwert die UN-Bemühungen um Frieden.

Gouverneur Lamlas ist Generalsekretär des Südlichen Übergangsrates (STC), einer wichtigen Separatistengruppe im Süden, die mit der von Saudi-Arabien unterstützten Regierung um die Kontrolle über Aden und den Süden des Landes gerungen hat. Auch Sukatri ist Mitglied des STC, innerhalb dessen Führung wiederholt Rivalitäten ausgetragen wurden. Die Regierung und der STC sind nominell Verbündete innerhalb der von Saudi-Arabien geführten Allianz gegen die Huthi.

Stellvertreterkrieg

Die Huthi-Rebellen hatten Ende 2014 den von Saudi-Arabien unterstützten und international anerkannten Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi gestürzt, dem sie Korruption und Misswirtschaft vorwerfen. 2015 schaltete sich Saudi-Arabien in den Konflikt ein und schmiedete die sunnitische Allianz. Das erzkonservative Königreich Saudi-Arabien und der Iran, der sich als Schutzmacht der Schiiten begreift, ringen seit Jahren um die Vormachtstellung in der Region und liefern sich im völlig verarmten Jemen einen Stellvertreterkrieg. Sunniten und Schiiten, die beiden größten Gruppen unter den muslimischen Glaubensrichtungen, bekämpfen sich immer wieder – auch in anderen Ländern. (Reuters, 10.10.2021)