Wer lange auf den Bildschirm starrt, bekommt müde und starre Augen. Dagegen helfen einfache Übungen und etwas Disziplin.

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Zwei Stunden dauert es nur, bis sich die Augen trocken anfühlen und zu brennen beginnen. Wir verbringen mittlerweile im Schnitt aber täglich etwa acht Stunden vor dem Bildschirm. Dabei blinzelt man durch den starren Blick viel zu wenig. Die Folgen sind Kopfweh, Schwierigkeiten beim Fokussieren und oft auch tränende Augen – eine Art Selbstschutz des Auges gegen die Trockenheit und das zu wenige Blinzeln.

Unglaubliche 83 Prozent der Bildschirmarbeitenden klagen deshalb auch über Augenbeschwerden am Arbeitsplatz, viele sind sich der Ursachen dafür aber nicht bewusst. Nicht nur, aber vor allem am 14. Oktober, dem Welttag des Sehens, bemüht sich Markus Gschweidl, Bundesinnungsmeister der Augen- und Kontaktlinsenoptiker, deshalb um Aufklärung. Denn: "Die Probleme haben sich in der Corona-Zeit sogar noch verschlimmert. Viele sitzen vor Laptops mit kleinen Bildschirmen, und die Arbeitsplätze zu Hause sind oft auch schlecht beleuchtet."

Wie schwerwiegend die langfristigen Folgen von starrer Bildschirmarbeit und dem von den Screens ausgestrahlten Blaulicht sind, zeigt ein Vergleich: Etwa die Hälfte aller Erwachsenen in Österreich ist kurzsichtig. Unter jenen, die hauptsächlich am Bildschirm arbeiten, sind es dagegen 72 Prozent.

Dabei ist es gar nicht so schwer, etwas gegen die starren, müden Augen zu tun, weiß Optiker Gschweidl, es braucht nur ein bisschen Disziplin und ein paar simple Übungen. Die helfen langfristig auch dabei, dass die Sehkraft nicht schlechter wird.

Aufrecht sitzen: Man sollte eine aufrechte Körperhaltung haben und sich nicht zum Bildschirm vorbeugen. Der ideale Abstand zum Screen sind etwa 60 Zentimeter, der Blick geradeaus sollte den oberen Rand des Bildschirms treffen.

Blaulichtfilter: Die Bildschirme senden Blaulicht aus, das die Augen ermüdet, da es oft sehr grell ist. Dagegen helfen spezielle Computerbrillen mit entspiegelten Gläsern und Blaulichtfilter, die diese Lichtwellenlängen blockieren.

Bildschirmpausen: In den meisten Büros ist das ganz normal, doch zwei Stunden nur auf den Bildschirm zu starren ist eindeutig zu viel. Dadurch blinzelt man zu wenig, die Augen erholen sich nicht, weil der Blick nicht in die Ferne schweifen kann. Deshalb sind regelmäßige Bildschirmpausen so wichtig. Als Faustregel gilt: Alle 20 Minuten den Blick 20 Sekunden lang 20 Meter in die Ferne schweifen lassen.

Blinzelmarathon: Blinzeln Sie 20 Sekunden lang abwechselnd mit dem linken und mit dem rechten Auge, dann mit beiden gleichzeitig. Das regt den Tränenfluss an, der schützende Film im Auge wird mehr. Dabei Gähnen verbessert die Effektivität der Übung. Ebenfalls wichtig: Über den Tag verteilt regelmäßig und ausreichend trinken, etwa zwei Liter sollten es sein. Sonst kann das Auge gar keinen ausreichenden Tränenfilm produzieren. Auch eine höhere Luftfeuchtigkeit im Raum hilft. Sind die Augen trotzdem zu trocken, können Augentropfen ohne Konservierungsmittel helfen.

Augenyoga: Halten Sie die beiden Zeigefinger links und rechts auf Gesichtshöhe, sodass Sie sie gerade noch sehen können. Blicken Sie dann mehrmals vom linken zum rechten Zeigefinger und retour, ohne dabei den Kopf zu bewegen. Wiederholen Sie die Übung mit den Fingern oberhalb und unterhalb des Gesichts, also senkrecht, sowie diagonal in beide Richtungen. Zum Abschluss lassen Sie die Augen kreisen. (Pia Kruckenhauser, 14.10.2021)