Äthiopiens Präsident Abiy Ahmed.

Foto: AP / Mulugeta Ayene

Mekelle (Tigray)/Addis Abeba/Kapstadt – Die äthiopische Armee hat laut Medienberichten, die sich auf humanitäre Helfer und Diplomaten berufen, am Montag Luftangriffe auf Tigrays Regionalhauptstadt Mekelle durchgeführt. Laut der Nachrichtenagentur AFP soll unter anderem ein belebter Markt bombardiert worden sein. Al Jazeera und die mit der Regierung im Konflikt stehenden Milizen der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) melden, dass mindestens drei Menschen ums Leben gekommen und dutzende weitere verletzt seien.

Offensive begonnen

"Die Luftwaffe von (Ministerpräsident) Abiy Ahmed schickte ihren Bomber, um zivile Ziele in und außerhalb von Mekelle anzugreifen. Montag ist Markttag in Mekelle, und die Absicht ist nur allzu greifbar", teilte TPLF-Sprecher Getachew Reda über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Ein weiteres Ziel sei das Planet Hotel gewesen, wo zahlreiche humanitäre Organisationen bis vor kurzem ihre Mitarbeiter untergebracht hätten, so Reda.

Die Armee startete vergangene Woche eine neue Militäroffensive gegen Rebellen der TPLF, bei denen es zu schweren Kämpfen mit Artillerie, Drohnen und Kampfflugzeugen kam. Der militärische Konflikt hatte vor elf Monaten begonnen, als Abiy anfing, die TPLF, die in Tigray an der Macht war, zu verdrängen. Die TPLF dominierte gut 25 Jahre lang, bis Abiy 2018 an die Macht kam. Viele Menschen in Tigray fühlen sich von der Zentralregierung nicht vertreten und fordern mehr Autonomie. Seit Anfang August hat sich der Konflikt auf die Nachbarregionen Afar und Amhara ausgeweitet. Die Auseinandersetzungen haben zu einer schweren humanitären Krise im Norden des Landes geführt. (APA, red, 18.10.2021)