"Ich bekenne mich zum Stufenplan der Bundesregierung. Aber er ist ein Reaktionsplan, kein Aktionsplan", sagte der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer mit der ihm eigenen Mischung aus vordergründigem Lob und gar nicht so versteckter harscher Kritik (damit hat er schon Sebastian Kurz mit gekippt). Deswegen verschärfe man die Maßnahmen in der Steiermark jetzt schon.

Wie übrigens in Wien schon länger. Bürgermeister Michael Ludwig hatte seit langem auf eine Linie gesetzt, die konsequenter und schärfer war als die im Bund (und in den meisten Bundesländern). Dafür hatte er sich im Juli von der Bundesministerin für sinnbefreite türkise Linientreue, Elisabeth Köstinger, eine Rüge geholt: "Es gibt keinen plausiblen Grund für Verschärfungen."

Köstinger scheint überhaupt zu glauben, es gelte noch das System Kurz des permanenten Haxelstellens und Hackelwerfens. Noch Ende September befand sie es als angemessen, Wien wegen seiner "niedrigsten Impfquote" zu tadeln. Niedrigste Impfquote? "In der gesamten Ostregion", erklärte Köstinger, Ministerin für selektive Heimatkunde (die westlichen schwarzen Bundesländer mit niedrigeren Impfquoten unterschlug sie).

Leute, es wird wieder ernst, und eine ernsthafte, koordinierte Anstrengung ist gefragt. Ein erster Schritt könnte sein, kontraproduktive personelle Reste des Blockade- und Spaltungssystems Kurz loszuwerden. (Hans Rauscher, 29.10.2021)