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New York – Nach seinem Rücktritt wegen Belästigungsvorwürfen ist der frühere New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo nun eines weiteren sexuellen Vergehens beschuldigt worden. Beim Stadtgericht von Albany sei eine Klage wegen eines "Sexualverbrechens" eingereicht worden, sagte ein Gerichtssprecher am Donnerstag. Cuomo wird darin beschuldigt, im Dezember 2020 seine Hand in die Bluse des Opfers gesteckt und ihr an die linke Brust gegriffen zu haben.

Cuomo war im August zurückgetreten und damit einem Amtsenthebungsverfahren zuvorgekommen. Zuvor war ein Bericht der New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James veröffentlicht worden, worin ihm vorgeworfen wurde, elf Frauen sexuell belästigt zu haben. Cuomo hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Haftstrafe von bis zu einem Jahr möglich

"Die heute gegen Cuomo eingereichte Klage wegen gewaltsamer Berührung bestätigt die Ergebnisse unseres Berichts", erklärte James am Donnerstag. Gewaltsame Berührung ist ein Vergehen, das mit einer Haftstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden kann.

Der aus einer Politikerdynastie stammende Cuomo war 2010 zum Gouverneur gewählt worden und war zwischenzeitlich einer der Stars der Demokraten. Während der Hochphase der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 wurde der für sein Krisenmanagement gelobte Politiker sogar als Präsidentschaftskandidat seiner Partei gehandelt.

Später wurde ihm vorgeworfen, das Ausmaß von Todesfällen in Pflegeheimen verheimlicht zu haben. Außerdem warfen ihm immer mehr frühere Mitarbeiterinnen sexuelle Belästigung vor. (APA, 29.10.2021)