Für die AUA geht es – zumindest vorsichtig – bergauf.

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Wien/Schwechat – Die Austrian Airlines (AUA) hat im Sommerquartal erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie schwarze Zahlen geschrieben. Von der Corona-Krise erholt hat sich die AUA allerdings noch lange nicht. Der operative Gewinn im dritten Quartal betrug zwei Millionen Euro, wie die Lufthansa-Tochter am Mittwoch mitteilte. Im dritten Quartal 2020 setzte es für die Airline einen Verlust von 106 Millionen Euro. 2019 stand im Sommerquartal ein Gewinn von 70 Millionen Euro zu Buche.

Was das Gesamtjahr betrifft, so sieht die Bilanz weniger erfreulich aus: Nach neun Monaten beläuft sich das Minus Ende September auf 199 Millionen Euro. Die laut AUA-Chef Alexis von Hoensbroech "Viele-Millionen-Dollar-Frage" wann die Airline das Vorkrisenniveau wieder erreichen werde, beantwortet der Manager so: "Im nächsten Jahr eher nicht, bis zum Jahr 2023/2024 wahrscheinlich. " Für von Hoensbroech ist das Glas dennoch halbvoll, "aber eben nur halbvoll."

Noch immer Mitarbeiter in Kurzarbeit

Der Umsatz hat sich in den Monaten Juli, August, September von 93 auf 304 Millionen Euro zwar verdreifacht, liegt aber noch immer um mehr als die Hälfte unter dem Niveau von 2019, als die AUA im Sommerquartal einem Umsatz von 639 Millionen Euro schrieb. Der aktuelle Flugangebot entspricht ungefähr der Hälfte jenes vor der Krise.

Noch immer sind etliche Flieger stillgelegt und die AUA-Mitarbeiter in Kurzarbeit. Wie lange noch? Laut derzeitigem Stand zumindest bis März. Dann läuft die aktuelle Kurzarbeitsregelung aus. Wird sie verlängert, deutet von Hoensbroech an, könnten es noch einige Wochen mehr werden. Was den Schrumpfungsprozess betrifft, so sei wohl ein Großteil des geplanten Mitarbeiterabbaus bereits vollzogen, so der AUA-Manager. Seit November 2019 ist der Personalstand um 1121 Mitarbeiter auf derzeit 5917 Beschäftigte geschrumpft.

Lufthansa knapp in der Gewinnzone

Die AUA war 2020 in der Corona-Krise vom Staat gerettet worden. Sie erhielt eine Finanzspritze von 150 Millionen Euro und einen Kredit über 300 Millionen Euro. Von diesem staatlich besicherten Kredit hat die AUA im Juli die ersten 30 Millionen Euro zurückgezahlt, die nächste Rate soll Ende des Jahres folgen.

Ebenso wie die AUA spürt auch der Mutterkonzern, die deutsche Lufthansa, einen leichten Aufwärtstrend. Ein starkes Frachtgeschäft und die Erholung der Ticketnachfrage haben dem Unternehmen im Sommer im Tagesgeschäft knapp in die Gewinnzone verholfen.

Die Airlines der Lufthansa-Gruppe, zu der auch Eurowings, Swiss, Austrian und Brussels Airlines gehören, beförderten von Juli bis September 19,6 Millionen Passagiere. Das entsprach knapp der Hälfte des Vorkrisenniveaus. Der Umsatz war mit 5,2 Milliarden Euro fast doppelt so hoch wie vor Jahresfrist.

In den Sommermonaten erholte sich der Luftverkehr in Europa dank schwindender Corona-Reisebeschränkungen spürbar, sodass die Tochter Eurowings einen Betriebsgewinn von 108 Millionen Euro erzielte. Die Frachttochter Lufthansa-Cargo ist auf Rekordkurs zu mehr als einer Milliarde Euro Betriebsgewinn in diesem Jahr. Die Nachfrage nach Luftfracht ist wegen der Engpässe bei Seefracht und Störungen globaler Lieferketten hoch, weshalb die Frachtraten stiegen. (APA, rebu 3.11.2021)

Anmerkung: Dieser Artikel wurde aktualisiert