Ziemlich angeschlagen: Die türkische Lira fällt immer wieder auf ein neues Rekordtief.

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Ankara – Die Inflation in der Türkei legt weiter zu. Im Oktober stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 19,9 Prozent, wie das Statistikamt am Mittwoch mitteilte. Im Vormonat hatte die Inflationsrate 19,6 Prozent betragen. Die Teuerung bereitete Anlegern zuletzt Kopfzerbrechen, weshalb sie die türkische Lira meiden. Die Landeswährung der Türkei ist in den vergangenen Monaten zu Dollar und Euro unter Druck geraten und jeweils auf Rekordtiefstände gefallen.

Verschärft wird die Situation durch den lockeren geldpolitischen Kurs der Zentralbank, die ihren Leitzins trotz der gestiegenen Inflation zuletzt zweimal verringert hat. Kritiker monieren, der Kurs werde maßgeblich durch Präsident Recep Tayyip Erdoğan beeinflusst, der als erklärter Gegner hoher Zinsen gilt. Wiederholt hat Erdoğan die Notenbankspitze ausgewechselt. (APA, 3.11.2021)