Trotz schlechter Arbeitsbedingungen wollte man offenbar auch kein Trinkgeld auszahlen.

Foto: dpa-Zentralbild/Martin Schutt

Die US-amerikanische Federal Trade Commission hat bereits Anfang des Jahres schwere Vorwürfe gegen den Onlinehändler Amazon erhoben. Das Unternehmen soll in den Jahren 2016 bis 2019 rund 60 Millionen Dollar (52 Millionen Euro) an Trinkgeldern für seine Fahrer nicht ausbezahlt haben.

Bis zu 28.000 Dollar

Erst jetzt wurde über die Nachrichtenagentur Reuters bekannt, dass es in diesem Fall um die Amazon-Flex-Fahrer ging, die für den Konzern Güter und Lebensmittel liefern, die über Prime Now oder Amazon Fresh bestellt wurden. Die US-Behörde konnte offenbar nachweisen, dass Amazon den Fahrern rund zweieinhalb Jahre lang Trinkgelder unterschlagen hatte und diese Praxis erst einstellte, nachdem man von den Ermittlungen der Behörde erfahren hatte.

Amazon willigte deshalb bereits im Februar ein, den Fall beizulegen und den Fahrern das zurückgehaltene Geld auszuzahlen. So wurden laut der Behörde knapp 140.000 Schecks ausgestellt, um die Schuld zu begleichen. Im Schnitt lag die Summe pro Fahrer bei 422 Dollar (365 Euro). Der Höchstwert lag bei sagenhaften 28.000 Dollar (24.000 Euro). (red, 4.11.2021)