Bei Google informieren sich die Käufer am liebsten

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Beim Kauf von Produkten gehört schon bei fast jedem ein Blick ins Internet dazu. Als Informationsquelle ziehen bereits sämtliche Generationen primär Internet-Suchmaschinen heran – vor allem Google, wie der Handelsverband in einer Umfrage feststellte. 76 Prozent der Befragten schauen dort nach. Mehr als die Hälfte der Käuferinnen und Käufer (56 Prozent) holt sich – ganz traditionell – Meinungen in der Familie sowie bei Freunden oder Bekannten ein.

53 Prozent setzen der Erhebung zufolge hauptsächlich auf Beratung im Geschäft und 49 Prozent informieren sich in erster Linie auf den Websites von Unternehmen. Nur gut ein Drittel (35 Prozent) zieht Vergleichsportale wie Idealo heran.

Die Generationen X (41- bis 60-Jährige) und Y (21- bis 40-Jährige) nutzen laut Handelsverband Google und Co. mit jeweils 77 Prozent deutlich stärker als die Generation Z (nach 2001 Geborene) mit 66 Prozent. Von den Älteren lassen sich knapp 60 Prozent gerne persönlich im Geschäft beraten, bei den ganz Jungen sind es 43 Prozent.

Trends

"Wer das Herz der jungen Generation Z mit Social Media Marketing erobern möchte, ist gut beraten, auf Trend-Plattformen wie Instagram, YouTube und TikTok aktiv zu werden", betont Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. "Bereits 74 Prozent der Generation Z kaufen Produkte, die von Influencern beworben werden." Die Älteren (Generation X) wiederum erreiche man online nach wie vor am besten mit Facebook, wo mehr als zwei Drittel der Über-40-Jährigen aktiv seien.

Die mittleren Jahrgänge (Generation Y) schauen sich im Vergleich am häufigsten direkt auf der Website oder im Onlineshop des jeweiligen Unternehmens um (54 Prozent), 37 Prozent der Generationen X und Y nutzen auch gerne Vergleichsportale wie idealo.at.

Via Social Media sammelt vor allem die junge Generation Z Produktinformationen (54 Prozent), bei der Generation X und Y sind es 18 bzw. 36 Prozent.

Bei den Sozialen Medien und Messenger Diensten stehen neben den etablierten Plattformen wie Facebook, Twitter, Pinterest oder LinkedIn auch neuere Player wie das Instant Messaging Programm Telegram oder die Video Community TikTok zur Verfügung. Die Jungen mögen Instagram und WhatsApp am liebsten, die Älteren Facebook.

Generationen

Während die Generationen X, Y und Z den Messenger-Dienst WhatsApp gleichermaßen stark nutzen (88 Prozent, 94 Prozent bzw. 91 Prozent), werden Facebook und YouTube im Generationenvergleich sehr unterschiedlich verwendet. Das gilt auch für die App Instagram – 91 Prozent aus der Generation Z sind auf der Plattform aktiv, aus der Generation X sind es lediglich 36 Prozent. Auch Snapchat und Twitter werden von der Generation Z eindeutig am stärksten genutzt (74 Prozent bzw. 29 Prozent), ebenso wie die Plattform TikTok (69 Prozent), die wiederum nur von 24 Prozent der Generation Y und nur von 10 Prozent der Generation X verwendet wird.

Die Social Audio App Clubhouse wiederum erwies sich als kurzlebig – sie startete hierzulande heuer im Jänner durch und profitierte laut Handelsverband auch vom Corona-Lockdown. Mittlerweile werde die Live-Talk-App aber nur noch von 2 Prozent der Jungen genutzt.

Rund drei Viertel der Generation Z (74 Prozent) kaufen laut Handelsverband von Influencerinnen und Influencern beworbene Produkte, bei den Älteren sind es nur 16 Prozent, in der mittleren Generation 47 Prozent. Gekauft werde, um Teil einer Community zu sein. Für die Generation Z stehe auch der damit einhergehende Preisnachlass im Fokus. Bei zwei Drittel aller Befragten hat Influencer Marketing aber bisher keinen Produktkauf ausgelöst.

Streaming

Aus China kommend hat auch Live Shopping als Social Commerce Trend Österreich erreicht. Via Live Streaming auf Social-Media-Kanälen sieht man Personen in Echtzeit beim Einkaufen oder Testen von Ware zu. Ein Viertel der Befragten hat bereits Produkte gekauft, die via Live-Shopping präsentiert wurden. Im Generationenvergleich ergeben sich hierbei nur geringe Unterschiede.

Den traditionellen stationären Handel bevorzugen die 41-bis 60-Jährigen deutlich stärker als es die Umfrageteilnehmenden der Generation Y und Z. Fast ein Drittel der Generation X geht am liebsten in den Supermarkt oder zum Diskonter einkaufen. Die Generation Y bestellt am liebsten online in diversen Webshops oder aber über Online-Marktplätze (24 Prozent), die Generation Z bevorzugt das Shoppingcenter (23 Prozent).

"Ein bequemes Shoppingerlebnis mit Eventcharakter ist gerade für die junge Generation besonders wichtig. Deshalb kauft diese auch vorzugsweise im Shoppingcenter ein oder bestellt die gewünschte Ware online", so der Handelsverband-Chef. Immer mehr Händlerinnen und Händler setzten auch auf Live-Shopping und das Werben via TikTok, da hier die Produkte besonders gut in Szene gesetzt werden könnten. (APA, 8.11.2021)