Die "Crew-2" nach dem Splashdown im Atlantik. Von links: Thomas Pesquet, Megan McArthur, Shane Kimbrough und Aki Hoshide.
Foto: AP/NASA/Aubrey Gemignani

Seit April waren sie auf der Internationalen Raumstation (ISS), nun sind sie wieder auf dem Erdboden, wenngleich sie beim Transfer auf eine Toilette verzichten mussten: Die vier Astronauten, die per Crew-Dragon-Raumschiff zurückreisten, sind Dienstagfrüh (MEZ) im Meer vor dem US-Bundesstaat Florida gelandet. Die "Crew-2" bestand aus dem französischen Esa-Astronauten Thomas Pesquet, dem Nasa-Team Shane Kimbrough und Megan McArthur sowie dem japanischen Jaxa-Raumfahrer Akihiko Hoshide.

Nach dem Abdocken sollte das Raumschiff, das auch mit 250 Kilogramm Fracht für wissenschaftliche Experimente im All beladen war, zunächst einmal um die Raumstation herumfliegen, um Fotos für mögliche anstehende Reparaturen zu machen. Weil die Toilette an Bord des Crew Dragon der Raumfahrtfirma Space X von Elon Musk kaputt war (Urin gelangte aus dem entsprechenden Tank), mussten die vier Astronauten, die seit April auf der ISS waren, bei ihrer Rückkehr eine Art Windel tragen. Das sei "suboptimal", hatte McArthur im Vorfeld bei einer Pressekonferenz gesagt. "Aber bei der Raumfahrt gibt es viele kleine Herausforderungen, und wir sind bereit, das in den Griff zu bekommen."

Daumen hoch von Megan McArthur (Nasa) nach der Bergung aus dem Meer.
Foto: AP/NASA/Aubrey Gemignani

Verschobener Start der neuen ISS-Gäste

Ursprünglich war das Abdocken der "Crew-2" schon für Sonntag geplant gewesen, wurde aber wegen schlechter Wetterbedingungen kurzfristig auf Montag verschoben. Nach der erfolgreichen Landung der "Crew-2" könnte frühestens Donnerstagfrüh (MEZ) der deutsche Astronaut Matthias Maurer mit seiner "Crew-3" zur ISS aufbrechen. Der Start des 51-Jährigen war eigentlich bereits für das letzte Oktoberwochenende geplant, wurde aber schon mehrfach verschoben – unter anderem wegen schlechten Wetters und eines "kleineren medizinischen Problems" eines Crew-Mitglieds. Das Problem werde wohl bis zum Start behoben sein, hieß es von der Nasa, und das Wetter für den nun anvisierten Termin war zunächst freundlich vorhergesagt.

Die Kapsel, mit der das "Crew-2"-Team im Atlantik landete.
Foto: AP/NASA

Mit Maurer soll erstmals seit drei Jahren wieder ein deutscher Astronaut ins All fliegen. Gemeinsam mit den Nasa-Kollegen Thomas Marshburn, Raja Chari und Kayla Barron wird er vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida aus starten. Transportiert werden sollen auch diese vier Astronauten in einem Crew Dragon. Auf der ISS führt der Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) in rund 400 Kilometern Höhe etwa sechs Monate lang zahlreiche Experimente durch und dürfte wohl auch einen Außeneinsatz absolvieren.

Keine Übergabe an der Raumstation

Eigentlich war eine Übergabe zwischen "Crew-2" und "Crew-3" an Bord der ISS geplant. Dass diese nun ausfalle, sei aber nicht weiter schlimm, hatte Kimbrough von der "Crew-2" bei einer Pressekonferenz gesagt. Die Aufgabe werde nun Nasa-Astronaut Mark Vande Hei übernehmen, der im April gemeinsam mit den Kosmonauten Oleg Nowizki und Pjotr Dubrow zur ISS gekommen war.

Bald auf der ISS: Die "Crew-3", bestehend aus (von links) Matthias Maurer, Tom Marshburn, Raja Chari und Kayla Barron.
Foto: AFP PHOTO / NASA / Joel Kowsky

Maurer hatte der "Crew-2" am Montag per Twitter eine gute Heimreise gewünscht. "Es ist zwar schade, dass wir uns auf der Raumstation jetzt nicht über den Weg 'fliegen' werden, aber wir vertrauen einmal darauf, dass ihr alles schön aufgeräumt hinterlasst." (APA, red, 9.11.2021)