Um flotte 9,99 Euro zum Ballermann, um das Doppelte für ein lauschiges Wochenende nach Venedig: Solche Angebote sind wir Konsumenten mittlerweile gewöhnt – und viele nützen sie gern, sehr gern sogar. Anders wäre der Erfolg der Billigairlines gar nicht zu erklären. Sie machen es seit Jahren möglich: Fliegen ohne alles ist supergünstig – wer mehr will, muss extra bezahlen. Das spricht viele Reisende an.

Billigflieger wie Ryanair haben auf beinharten Verdrängungswettbewerb gesetzt.
Foto: REUTERS/Christian Hartmann

Billigflieger haben den Markt in Bewegung und auf beinharten Verdrängungswettbewerb gesetzt. Die Schattenseiten sind bekannt: ausgebeutete Mitarbeiter und dramatische Sparprogramme – Letzteres auch bei der AUA. Flugreisen sind aber, seit es Ryanair und Co gibt, kein exklusives Vergnügen mehr. Und das ist gut. Sie haben AUA und Co gezwungen, mit besseren Angeboten und konkurrenzfähigen Preisen zu reagieren.

Gehören Lockangebote wie ein Ticket um eine Handvoll Euro dazu? Nicht unbedingt. Für all jene, die sich um das Klima sorgen, sind solche Schleuderpreise ein Affront. Die Lösung des Klimaproblems hat damit aber wenig zu tun. Dabei geht es um Wichtigeres – um Kostenwahrheit. Mit steuerbefreitem Kerosin, ermäßigter Umsatzsteuer auf Flugtickets, Bevorzugung beim Emissionshandel sind wir davon weit entfernt. Viele dieser Punkte greift richtigerweise auch die EU mit ihrem Fit-for-55-Programm auf. Fliegen wird also insgesamt mittelfristig sicher teurer. Lockangebote wird es trotzdem geben. (Regina Bruckner, 9.11.2021)