Gerald John (links) wurde mit dem Prälat-Leopold-Ungar-Preis in der Kategorie Print ausgezeichnet, Philip Bauer erhielt einen Anerkennungspreis in der Online-Kategorie.

Fotos: Matthias Cremer

Wien – Bereits zum 18. Mal wurde am Donnerstagabend Österreichs höchst dotierter Journalistenpreis, der Prälat-Leopold-Ungar-Preises für sozial engagierten Journalismus, vergeben. STANDARD-Redakteur Gerald John wurde für seine Reportage "Stich ins Herz einer Arbeiterstadt", in der es um das von Schließung bedrohte LKW-Werk in Steyr geht, mit dem Hauptreis in der Kategorie Print ausgezeichnet. Philip Bauer, Leiter des Sportressorts beim STANDARD, erhielt für "Danke, Lisa!" den Anerkennungspreis im Bereich Online/Multimedia.

John gelinge es, "in seinen Reportagen soziale Probleme und gesellschaftliche Brennpunkte aufzuzeigen", heißt es in der Jurybegründung. Er werde für "sein soziales Gespür, seine Schreibkunst, auch seine Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu vermitteln" in der Printkategorie ausgezeichnet. Anerkennungspreise in dieser Kategorie gingen an Lena von Holt ("Die Überlebende", erschienen in "Tagebuch – Zeitschrift für Auseinandersetzung"), Lukas Matzinger ("Wenn das Kinderzimmer zum Käfig wird", erschienen im "Falter") und Naz Kücüktekin ("Wir Kinder vom Gemeindebau", erschienen in "das biber").

Online und Multimedia

Der Hauptpreis in der Kategorie Online/Multimedia wurde den Journalistinnen Jana Mack und Julia Breitkopf verlieren, die ihre eigene Podcast-Serie "Inselmilieu" mit dem Zielt der Überwindung von Echokammern und Filterblasen in der digitalen Welt entwickelt haben. Prämiert wurde sie für die Folge "Leben und leben lassen? Verschwörungsgläubige unter uns".

Den Anerkennungspreis in der Online-Kategorie erhielt Philip Bauer für seinen auf derStandard.at erschienenen Beitrag "Danke, Lisa!", weil es ihm gelinge, "die seltene Erkrankung Cystische Fibrose (CF) dem Publikum verständlich zu machen, und vor allem auch aufzuzeigen, wie ein selbstbestimmter Umgang mit dieser Erkrankung aussieht" Außer Bauer erhielten in dieser Kategorie auch Alena Wacenovsky ("Abgeschoben – und jetzt", für "die_chefredaktion") und Clara Akinyosoye ("Die späte Last einer Täterfamilie", erschienen auf ORF.at) einen Anerkennungspreis.

Fernsehen und Radio

In der Kategorie Fernsehen ging der Hauptreis an Tiba Marchetti für ihren Beitrag "Der letzte Wunsch" in der Sendereihe "Am Schauplatz" auf ORF2. Der Film über das Leben mehrerer Menschen, die wissen, dass sie bald sterben werden, zeige, "dass das Leben bis zum letzten Atemzug lebenswert sein kann", so die Jury. Andrea Eder ("Und bist du nicht willig…", für die Sendereihe Dokfilm Kultur auf ORF2), Vanessa Böttcher ("Zwischen den Fronten – Kinderrechte im Asylverfahren", für ORF Thema) und Reiner Reitsamer und Marlene Kaufmann ("Der ganz normale Rassismus", auf ORF III im Brennpunkt) wurden in der TV-Kategorie mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet.

Caritas Österreich

In der Kategorie Radio war Ernst Weber mit "Bei Hausbesuchen keine Unzukömmlichkeiten. Die Akte Walfried Janka" für Ö1 erfolgreich. Dabei handelt es ich laut der Jury um eine "packende Geschichte, formal hervorragend und mit viel Feingefühl erzählt". Mit einem Anerkennungspreis in der Hörfunkkategorie wurden Johanna Hirzberger ("Darf’s ein bisserl weniger sein? Systemerhalterinnen: Viel Arbeit, wenig Lohn", für "Ö1 Hörbilder") und Olivia Wimmer ("Die Mülltonne als Snackbar", für "Ö1 Moment – Leben heute") ausgezeichnet.

Für die Auswahl der prämierten Arbeiten war auch heuer eine unabhängigen Jury, bestehend aus dem Juryvorsitzenden Roland Machatschke, Susanne Scholl, Andrea Puschl-Schliefnig, Ingrid Brodnig, Florian Klenk und Irene Brickner, zuständig. (red, 11.11.2021)