Schmelzendes Eis

und wärmeres Wasser lassen das Meer ansteigen

Wenn man aus dem Weltraum auf die Erde schaut, sieht man hauptsächlich Wasser. Ganze 71 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Deshalb nennt man die Erde auch den "blauen Planeten". Mittlerweile haben wir aber ein ziemlich großes Problem. Weil es auf der Erde immer wärmer wird, steigt der Meeresspiegel – so nennt man den durchschnittlichen Wasserstand der Weltmeere – an. Und es passiert immer schneller. Das liegt einerseits daran, dass wärmeres Wasser mehr Platz braucht. Es dehnt sich aus. Andererseits schmelzen durch die warmen Temperaturen große Eisflächen und Gletscher auf den Kontinenten langsam dahin, in Grönland zum Beispiel, aber auch auf Österreichs Gletschern. An den warmen Temperaturen sind wir großteils selbst schuld, weil wir zu viel Kohle, Gas und Öl verbrennen, zu viel bauen, zu viel fliegen oder Fleisch essen.

Der Buckingham Palace in London, der Palast der britischen Königin, würde bei drei Grad Celsius mehr auf Tauchstation gehen, wie die rechte Bildhälfte zeigt.
Foto: Climate Central

Dagegen hilft nur eines:

Die Erde darf sich nicht mehr so schnell erhitzen

Gemeinsam haben wir leider schon so viele Treibhausgase in die Luft gejagt, dass es fix 1,1 Grad wärmer wird in den nächsten paar Jahren. Das können wir fast nicht mehr aufhalten. Allein das wird niedrig gelegene Länder wie die Niederlande oder Bangladesch unter Druck bringen. Sollten es die Menschen nicht schaffen, die Klimaziele einzuhalten, befürchten Forscherinnen und Experten sogar, dass es mindestens drei Grad wärmer wird. Dann könnten nicht nur Inseln wie Kiribati untergehen, auch berühmte Bauwerke wie der Buckingham Palace in London würden dann unter Wasser stehen. In je 100 Jahren stiegen die Meere zuletzt um zwei, dann sechs und zuletzt um 19 Zentimeter an. Mittlerweile sind es knapp 0,5 Zentimeter pro Jahr. Dagegen rüsten sich einige Städte mit Dämmen. Langfristig hilft es aber nur, wenn wir schauen, dass sich die Erde nicht so schnell erwärmt.

Sollte sich die Erde um 1,5 Grad Celsius erwärmen, wäre im argentinischen Buenos Aires noch alles gut. Bei vier Grad mehr käme viel Wasser.
Foto: Climate Central

Viele leben am Meer

und haben deshalb große Angst vor dem steigenden Meer

Das wärmere Wasser und schmelzende Eis sorgen jedenfalls dafür, dass die Weltmeere größer werden, sich ausdehnen und dann einfach nach oben wandern und langsam etwas Land verschlingen. Fast so, als würde man in einer vollen Badewanne sitzen und das Wasser immer noch weiterlaufen lassen. Irgendwann geht es dann auch über. Für uns in Österreich ist das jetzt natürlich keine akute Gefahr. Österreich liegt überall mindestens 100 Meter über dem Meeresspiegel. So hoch würde das Wasser nicht einmal im sehr unwahrscheinlichen Fall ansteigen, wenn das gesamte Eis der Antarktis am Südpol schmelzen würde. Das würde einen Anstieg von rund 60 Metern ausmachen. Uns Menschen machen aber auch schon viel kleinere Anstiege unheimliche Probleme. Das kommt daher, weil ganz viele Menschen am Meer leben – weil es dort schön ist oder immer schon viel Arbeit gab. (faso, 14.11.2021)

In dem kleinen Land Bangladesch wohnen mehr als 165 Millionen Menschen. Bei drei Grad mehr würde das Wasser weite Teile des Landes überfluten.
Foto: Climate Central