Die Künstlerin Dvora Barzilai konzentriert sich in der Ausstellung "Shirat Dvora" (ab 24.11.) auf weibliche Figuren in der Thora.

Foto: Dvora Barzilai

Das Wiener Festival der Jüdischen Kultur legt sein Hauptaugenmerk heuer auf Frauen. Das darf man gesellschaftspolitisch deuten: denn Frauen haben in der Pandemie wesentlich zur Aufrechterhaltung des Systems beigetragen. "Frauenpower im Judentum" heißt die Ausgabe, und dass jene Stärke Tradition hat, zeigt das Programm. Sehr eindrücklich in der Filmdoku Truus’ Children über die Niederländerin Truus Wijsmuller, die zehntausend jüdischen Kindern in Europa während der Nazizeit das Leben rettete, indem sie mit Adolf Eichmann einen Deal aushandelte. 23 der geretteten Kinder kommen darin zu Wort (9. 12.).

Erstmals in Österreich zu sehen, ist er eines von vier cineastischen Denkmälern: Hannah Arendt (2012) erzählt von der Zeit, als die Philosophin den Eichmann-Prozess in Jerusalem verfolgte (16. 11.), mit Geniale Göttin (25. 11.) wird Schauspielerin und IT-Vordenkerin Hedy Lamarr die Ehre erwiesen, Ask Dr. Ruth (21. 11.) porträtiert die Holocaustüberlebende und Radio/TV-Sextherapeutin Ruth Westheimer.

Filmmusik und Investmenttipps

Bis Dezember stehen daneben Konzerte und Lesungen auf dem Programm. Eröffnet wird diesen Sonntag im Musikverein mit einem Filmmusikabend des Wiener Anna-Rothschild-Ensembles. Die jüdischen Komponisten und Originalinterpreten hinter den Stücken von Vom Winde verweht bis Schindlers Liste sind einst vor den Nazis geflohen. Die ungewöhnlichsten Punkte im Programm? Eine Podiumsdiskussion (7. 12.) geht der weiblichen Seite Gottes nach, und Finanzmathematikerin und Brokerin Larissa Kravitz gibt Frauen Investmenttipps, um Altersarmut entgegenzuwirken (18.11.). (wurm, 13.11.2021)