Seit 8. November gilt bundesweit überall dort 2G, wo zuvor 3G galt. Mit einem 2G-Nachweis, also geimpft und genesen, können alle kulturellen Einrichtungen – von Kinos über Kabarett und Theater bis zum Konzert – ohne Maske besucht werden. Bei den Museen sowie Büchereien, Bibliotheken oder Archiven ist es umgekehrt. Beim Besuch muss kein G-Nachweis erbracht werden, dafür ist das Tragen einer FFP2-Maske Pflicht.

Ab Montag, den 15. November, wird in den Bundesländern Oberösterreich und Salzburg ein Lockdown für Ungeimpfte gelten. Was ändert sich in der Kultur? Zwar sind in Oberösterreich Veranstaltungen bis 6. Dezember untersagt, die Kultur ist aber davon ausgenommen. Museen und Co werden dort nun 2G-Nachweise kontrollieren müssen, zusätzlich muss bei Kulturveranstaltungen im Sitzen wieder Maske getragen werden. Welche Regeln für Stehveranstaltungen gelten werden, wurde bis Redaktionsschluss nicht klar kommuniziert.

In Salzburg gilt ab 25 Teilnehmenden bei Veranstaltungen ab Montag zusätzlich zur 2G-Regel die Maskenpflicht. Auch Wien verschärft die Regeln. Ab kommender Woche gilt bei Veranstaltungen ab 25 Teilnehmenden 2G+, das heißt ein zusätzlicher PCR-Test, der nicht älter als 48 Stunden sein darf, muss bei Besuchen von Kino oder Oper zusätzlich zum 2G-Nachweis vorgezeigt werden. Ob ein Lockdown für Ungeimpfte bundesweit kommt, wird am Sonntag, den 14. November, entschieden.

Wir haben uns umgehört, wie es Häusern aus den verschiedenen Sparten, von Theater bis Konzert und von Kunst bis Film, im ganzen Land derzeit geht. (abs)


Derzeit im Kunsthaus Bregenz zu sehen: Werke von Otobong Nkanga.
Foto: Markus Tretter

Museen

Obwohl es die Museen im Vergleich zu anderen Kultureinrichtungen vielleicht etwas leichter hatten – da sie länger zugänglich waren und auch früher wieder für Publikum öffnen durften –, sieht auch deren aktuelle Auslastung nicht unbedingt rosig aus. So berichten Ausstellungshäuser zwar von steigenden Besuchszahlen seit der Wiedereröffnung bzw. den Sommermonaten, doch herrschen immer noch große Differenzen zum Vergleichsjahr 2019.

Ausschlaggebend dafür sind vor allem die Ausfälle großer Touristenströme, die auch dieses Jahr ausgeblieben sind. Insbesondere die großen Museen leiden darunter. Das Belvedere in Wien beispielsweise kommt aktuell nur auf 50 Prozent der Auslastung, die es 2019 verzeichnen konnte. Im Jahresschnitt rechnet das Haus sogar mit einem Minus von 80 Prozent. In konkreten Zahlen: Besuchten 2019 noch 1,7 Millionen Menschen die Ausstellungen, waren es 2020 lediglich 350.000 – so viele, wie auch insgesamt für 2021 erwartet werden. Eine weitere Erklärung dafür ist die immer noch (und jetzt wieder) präsente Zurückhaltung gegenüber Gruppenansammlungen sowie Aktivitäten in Innenräumen, heißt es seitens des Museums.

Zwar können die Museen der Stadt Linz (Lentos-Kunstmuseum und Nordico-Stadtmuseum) von zunehmenden Besuchszahlen in beiden Häusern seit dem Sommer sprechen, von einem "durchschnittlichen Museumsjahr" sei man allerdings noch weit entfernt. Den Aufwärtstrend der vergangenen Monate sieht man aufgrund der aktuellen Situation dort bis Jahresende deutlich infrage gestellt. Zusätzlich zu den allgemein steigenden Infektionszahlen kommt hier die problematischere Lage in Oberösterreich dazu.

Das Jüdische Museum Wien verzeichnet 2021 sogar einen weiteren Rückgang im Vergleich zum Jahr davor, wobei dies auf einen starken Start 2020 zurückgeführt wird, heißt es aus dem Haus der Wien Holding. "Das ursprüngliche Niveau aus einem sehr starken Jahr 2019 wird voraussichtlich erst 2024 wieder erreicht werden können", so die realistische Einschätzung.

Positives hört man aus dem Kunsthaus Bregenz: Dort nähert sich die tägliche Auslastung wieder an jene vor der Pandemie an. Man zeigt sich zuversichtlich, dass das Museum den Schnitt dieses Jahr sogar etwas übertreffen könnte, heißt es auf Anfrage. Laut aktuellem Stand besuchten 2021 knapp 30.000 Besucherinnen das Kunsthaus. Interessanterweise ist auch die Aufenthaltsdauer des Publikums in den Ausstellungen gestiegen. (kr)

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"Der Bockerer" im Theater in der Josefstadt.
Foto: APA/ASTRID KNIE

Theater und Kabarett

Kaum hat das Theater im Oktober einigermaßen an Fahrt aufgenommen, bremsen die aktuell hohen Infektionszahlen das Besucheraufkommen wieder ein. Von Normalität konnte in dieser Spielzeit bisher zwar nirgends die Rede sein, selbst Premieren im Burgtheater waren nicht voll besetzt. Doch geben einige Häuser wie etwa das Landestheater Linz durchaus zufriedenstellende Auslastungszahlen bekannt. Das dreht sich aber seit wenigen Tagen wieder. Grundsätzlich ist flächendeckend von Ticketeinbrüchen zu sprechen. Je nach Beschaffenheit und Geschäftsmodell sind die Bühnen unterschiedlich gravierend betroffen.

Im November seien die Kammerspiele voll, meldet das Theater in der Josefstadt. Und doch ist das auf langfristige Buchungen spezialisierte Haus eines der von der Pandemie am schwersten getroffenen. Durch die oft abrupt in Kraft getretenen Verordnungen sind zentrale Strukturen wie das Abosystem "zerstört", so Marketingdirektorin Christiane Huemer-Strobele. Heute hat die Josefstadt 11.000 Abonnenten, das sind um 20 Prozent weniger als vor der Pandemie. Generell ist der Einnahmenverlust hoch. Auch Gruppenbesuche seien höchst selten geworden. Betrug der Kartenerlös monatlich früher 800.000 bis eine Million Euro, so seien es heute etwa 600.000. Langfristige Käufe haben entschieden abgenommen.

Die aktuelle Schockstarre vor einem möglichen weiteren Lockdown spürt auch das Burgtheater, das "von einem Tag auf den anderen ein Minus von 50 Prozent in der täglichen Kartennachfrage" registriert. Man hält derzeit bei einer Gesamtauslastung von 66 Prozent.

Einen Trend zum spontanen Ticketkauf bestätigt auch das Schauspielhaus Graz, das seinerseits eine Auslastung zwischen drei Vierteln und drei Fünfteln verzeichnet. Zwar wurden in dieser Spielzeit mehr Abos verkauft, doch habe die 2G-Regelung einen Knick verursacht.

Auch Klein- und Mittelbühnen mit Stammpublikum sind schwer getroffen. Hubert Dragaschnig vom Theater Kosmos in Bregenz meint, dass es für die "freie Szene mit Sicherheit dramatisch werden wird", und plädiert für die Impfpflicht. Auch das Werk X Petersplatz in Wien – hier sind alle Akteure geimpft und PCR-getestet – verzeichnet einen Publikumsrückgang.

Im Kabarett berichtet der Wiener Stadtsaal, dass der Andrang "besser als erwartet ist", es sei aber so, dass das Publikum derzeit stärker auf etablierte Stars setzt. Durch 2G habe man keine Einbußen. Käme es zu einem neuen Lockdown, hätte man bereits Übung darin. (afze, stew)

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Derzeit am Spielplan der Wiener Staatsoper: "Carmen".
Foto: Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Klassik und Jazz

Dass die Wiener Staatsoper noch nicht sagen kann, ob der Opernball stattfindet, ist typisch für die Lage. In Oberösterreich nun aber etwas Klarheit: Kultur darf weiterhin stattfinden. Beim Linzer Musiktheater war die Verunsicherung jedoch schon in letzter Zeit spürbar: Das Abwarten der Leute, ob ein Lockdown kommt oder nicht, habe zum Minus von 50 Prozent bei der "täglichen Kartennachfrage" geführt. Dabei hatte es gut begonnen: Mit 14.436 Besuchern im September lag man im Langzeitvergleich auf Platz zwei hinter 2019 (15.939 Tickets). Auch Dietmar Kerschbaum, Brucknerhaus-Chef, beobachtet, dass "ein Teil des Publikums vorsichtiger wurde. Was jedoch vor Corona stark nachgefragt war, ist es weiterhin."

Durch die 2G-Regel, vermutet allerdings Michael Nemeth vom Grazer Musikverein, "wird es einen Auslastungs-Rückgang geben, der unbedingt durch eine weitere Hilfszahlung ausgeglichen werden muss. Der Besucherzuspruch war bis dato mit 3G trotz leichtem Rückgang recht zufriedenstellend, da wir unglaublich viel Kraft in die Werbung investieren und Qualität bieten. Auffällig ist, dass die Besucher Karten im letzten Moment kaufen, langfristiges Buchen ist momentan selten." Die Regeln thematisiert auch Matthias Naske vom Wiener Konzerthaus: Die Saison sei exzellent gestartet. "So ist die Rückgewinnung des Publikums im vollen Gange. Seit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 war es unser Ziel, dass wir in engem Dialog und Austausch mit unserem Stammpublikum bleiben und so auch das Vertrauen erhalten. Aber natürlich spüren auch wir, dass die Dynamik der Publikumsentwicklung etwas gebremst ist. Durch die 2G-Regel sind Menschen, die sich wirklich regelmäßigen PCR-Tests unterziehen, jedoch noch nicht geimpft sind, vom Besuch der Veranstaltungen ausgeschlossen. Das ist aus der Sicht der Gesundheitspolitik nachvollziehbar, kostet aber Publikum. Noch ist die Saison jung und für verlässliche Aussagen ist es zu früh, aber ein Minus im Umfang von 15 bis 20 Prozent beim Publikum ist realistisch. Daher ist die Beibehaltung des temporär reduzierten Umsatzsteuersatzes in der Höhe von fünf Prozent auf Tickets als vorübergehende Hilfe bis zur Stabilisierung des Marktes im Sommer 2022 eine Voraussetzung, um größeren betriebswirtschaftlichen Schaden ohne aufwendige Querverteilung leistungsgerecht abzuwenden", so Naske.

Im Wiener Musiktheaterbereich gab es auch in der ersten Saisonphase nicht wirklich eine Rückkehr zur Normalität. Aktuell spürt man im Theater an der Wien zudem, "dass sich das Publikum sehr kurzfristig entscheidet", so Intendant Roland Geyer. "Unser Publikum kommt zwar weniger als früher – wir waren vor der Krise mit Auslastungen von stetig über 90 Prozent erfolgsverwöhnt! – , aber wir dürfen nicht unzufrieden sein! Im Theater an der Wien lagen wir im September und Oktober bei einer Auslastung von rund 80 Prozent und in der Kammeroper bei 90 Prozent. Das Kurzfristige macht sich z. B. bei unserer November-Produktion ,La Wally‘ bemerkbar. Für diese Neuproduktion sind noch ein Drittel der Karten verfügbar." Geyer findet die FFP2-Maske "enorm wichtig! Für unsere neue Saalansage habe ich diese Woche extra den Satz selbst gesprochen, dass ich unser Publikum aufgrund der hohen Infektionszahlen dringend bitte eine FFP2-Maske auch während der Vorstellung zu tragen." Seine Gedanken richten sich aber "auf die nahe Zukunft, denn die wird ausschlaggebend für den Zustand unserer Gesellschaft in ferner Zukunft sein: Diese Spaltung und ,Hetzjagd‘ auch auf die vorsichtigen, gesunden ,Ungeimpften‘ finde ich sehr bedenklich und wir sollten gerade jetzt zusammenhalten und gemeinsam an einer Lösung arbeiten ohne Menschen auszugrenzen oder zu Sündenböcken zu machen."

Der Chef der Volksoper, Robert Meyer, glaubt zwar an die Theaterbegeisterung in der Stadt. Er findet aber, dass schon die Maskenpflicht "so manchen davon abgehalten hat, ins Theater zu gehen. Mit der 2G-Regel ist die Maskenpflicht zwar gefallen, aber angesichts der steigenden Infektionszahlen nimmt jetzt bei allen die Sorge vor einer Ansteckung zu... Ich bin aber überzeugt davon, dass jene, die jetzt besorgt sind, wieder kommen werden, wenn die Inzidenzzahlen sinken – unter 100 wäre schon ein frommer Wunsch – und Musik- und Theaterbegeisterte wieder ohne Bedenken in unsere Aufführungen gehen können. Ich bin sicher, dass die momentane Zurückhaltung nicht am Spielplan bzw. am Angebot liegt. Die Volksoper bietet Unterhaltung auf höchstem Niveau. Gerade hatten wir die höchst erfolgreiche Premiere des ,Rosenkavaliers‘ und die Wiederaufnahme von ,Axel an der Himmelstür‘ und im Dezember folgt das Kurt Weill-Musical ,Lady in the Dark‘. Wien ist und bleibt eine theaterverliebte Stadt! "

Der Leiter des Wiener Musikvereins, Stephan Pauly, wiederum betont zwar, dass man trotz Corona mehr Abos verkauft hätte "als im Vorjahr – das ist ein starkes Signal unserer Abonnentinnen und Abonnenten, für unser Haus und für unser Programm. Da gehört der regelmäßige Besuch von Konzerten nach wie ganz wichtig zum Leben dazu. Bei den Menschen aber, die nur hin und wieder ins Konzert kommen, merken wir seit Beginn der Saison eine Zurückhaltung beim Ticketkauf, dazu tragen sicherlich auch die momentane Entwicklung der Corona-Zahlen und die verschärften Maßnahmen bei. Und: es fehlen spürbar die Touristen."

Antizyklisch positiv hingegen der Jazzclub Porgy & Bess: "Nach zähem Beginn stiegen die Zahlen ab Herbst und erreichten bis dato fast schon Prä-Corona-Level", so Christoph Huber. Die Zukunft allerdings, sie ist auch im Jazz ungewiss. (tos)

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Je voller der Raum desto Konzertstimmung?
Foto: imago images/Martin Müller

Pop und Rock

Konzerte großer internationaler Acts gibt es zurzeit kaum. Im Salzburger Rockhouse machte sich da die Arbeit mit der regionalen Szene bezahlt. Geschäftsführer Wolfgang Descho: "Wir haben uns für viele Musiker als Wohnzimmer etabliert und in der Pandemie schnell wenigstens gestreamt, was psychisch den Technikern gutgetan hat. Bei Veranstaltungen zählen wir zu den strengsten Kontrolleuren. Das fällt auf fruchtbaren Boden, das Publikum fühlt sich sicher bei uns. Natürlich haben wir etwas weniger Besucher, aber auch ausverkaufte Veranstaltungen. Durch die vielen Verordnungen ist ein Teil des deutschen Publikums ausgeblieben, und Karten werden kurzfristiger gekauft. Aber Stadt und Land stehen hinter uns, leere Versprechen hat es da keine gegeben."

In der Wiener Arena verhält es sich ähnlich. Sie ist zurzeit viel weniger ausgelastet, weil alle Fremdveranstaltungen ausfallen. Martin Arzberger: "Über den Sommer hatten wir Gigs vor 25 Personen und ausverkaufte Open Airs mit 3000 Besuchern. Mit Förderungen und Kurzarbeit kommen wir über die Runden. Unser Präventionskonzept war teils strenger als vorgeschrieben, das Publikum akzeptiert das aber total. Die größten Probleme machen die ständig neuen Verordnungen. Da ergibt sich anhand der Hallengrößen, dass für eine Veranstaltung in einer Halle 2G, in einer anderen die 2,5G-Regel gegolten hat. Und natürlich ist das da wie dort ein Aufwand, das korrekt umzusetzen."

Gernot Kremser vom Linzer Posthof erzählt, dass der Linzer Kulturbetrieb von Mai bis September 30 Veranstaltungen für gut 13.000 Besucher gestemmt hat. Die Gäste hätten dabei großes Vertrauen in die Präventionskonzepte gefasst. "3G haben wir sehr konsequent überprüft, der Umstieg auf 2G ist kein Problem." Die Auslastung variiere durch die Programmbreite (Kabarett, Literatur, Tanz, Musik ...), ein Konzert wie das des Schweizer Musikers Faber am 25. November war mit 1200 Karten ausverkauft, angesichts des Lockdowns für Ungeimpfte in Oberösterreich wird es nun verschoben. Oder auch nicht. Denn ob die angekündigten Maßnahmen nur für Veranstaltungen mit zugewiesenen Sitzplätzen gelten oder auch für Stehplatzveranstaltungen, stand bis Redaktionsschluss nicht fest. Aber mit Improvisieren hat man Routine. (flu)

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Derzeit in den Kinos: "Ammonite".
Foto: Agatha A. Nitecka/Neon via AP

Kinos

Die Besuchszahlen haben sich eingependelt, die meisten Kinobetreiber anworten auf die Frage nach ihrer Auslastung mit "den Umständen entsprechend gut". Der Start ins vierte Jahresquartal, das traditionell das publikumsstärkste ist, sei für die österreichischen Kinos "insgesamt gut" verlaufen, meint Christian Dörfler, Obmann der Kinobetriebe der WKO. Für das von ihm betriebene Wiener Haydn-Kino konstatiert er gar den drittbesten Oktober der letzten 20 Jahre aufgrund von Blockbustern wie Dune und James Bond – No Time to Die.

Auch Christof Papousek, der Co-Geschäftsführer der Cineplexx-Gruppe, spricht landesweit von einem guten Oktober. James Bond war mit 6000 verkauften Tickets Spitzenreiter, aber auch die Teenager- und Kinderfilme kämen gut an. Im Vergleich zum Jahr 2019, in dem landesweit rund 14,5 Millionen Kinobesuche verzeichnet wurden – eine Zahl, die seit 2010 relativ stabil ist –, haben die Cineplexx eine Auslastung von 70–80 Prozent.

Obwohl ihnen Bond als Zugpferd fehlt, sind auch die Programmkinos "nicht unzufrieden", meint etwa Michaela Englert vom Admiralkino in Wien. Hinter den Erwartungen zurück blieben zwar die internationalen Arthousefilme, doch heimische Produktionen wie Aufzeichnungen aus der Unterwelt seien sehr erfolgreich gelaufen. An Vor-Corona-Zeiten werde man laut Bernhard Gutschier vom Volkskino Klagenfurt aber erst wieder in einem Jahr anknüpfen können. Er verzeichnet Einbußen von 50 bis 60 Prozent. "Die Zahlen sind nirgends gut", konstatiert er, "alles andere ist Schönmalerei." Auch das Grazer Rechbauerkino träumt schon vom neuen Jahr. Denn da werde man zum 100-jährigen Geburtstag des Kinos "aus dem Vollen schöpfen", so Beate Bachträgl-Azodanloo, die derzeit auf eine budgetschonende, aber abwechslungsreiche Programmierung setzt.

Bachträgl-Azodanloo merkt auch an, dass zwischen letztem Sonntag (3G) und Montag (2G) ein Besuchereinbruch spürbar war. Und das, obwohl das Kinopublikum schätzungsweise zu mindestens 90 Prozent geimpft sei – so die Einschätzung unter den Befragten. Insgesamt sei weiterhin mit Einbußen zu rechnen, weshalb die Branche fordert, dass bis Ende 2022 die USt. bei fünf Prozent bleibt und dass Kurzarbeit sowie Ausfallfonds bei Bedarf verlängert werden. (diva, 13.11.2021)