Österreich hatte gegen Moldau leichtes Spiel.

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Ein Blick ins leere Stadion.

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Wird Österreich auch im Playoff coachen: Franco Foda.

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Klagenfurt – Es ist überstanden. Die WM-Qualifikation der Gruppe F wurde am Montagabend ihrem Ende zugeführt. Und zwar in Klagenfurt, Österreich traf auf die Republik Moldau, die Nummer 181 im Fußball. Die Atmosphäre im Wörthersee Stadion war einfach nur traurig, der Zuschauerminusrekord vom Freitag (zum 4:2 gegen Israel kamen 4300 Fans) wurde deutlich übertroffen, also unterboten.

Lediglich 1800 wagemutige, die Pandemie verachtende oder vom Leben einfach nur gelangweilte Menschen sind am ersten Tag des nationalen Lockdowns für Ungeimpfte erschienen. Aber sie wurden gar nicht so schlecht unterhalten, Österreich gewann locker 4:1. Da Israel die Färöer 3:2 schlug, wurde es nur der eher jenseitige vierte Platz.

Teamchef Franco Foda hatte vier Veränderungen vorgenommen, alle waren nachvollziehbar, im Finish der vergeigten Quali wird der Deutsche fast logisch. Basel-Legionär Heinz Lindner hütete anstelle von Daniel Bachmann das Tor, Aleksandar Dragovic und Andreas Ulmer ersetzten Martin Hinteregger und David Alaba.

Innenverteidiger Hinteregger war gesperrt und Alaba wurde aufgrund der "Belastungssteigerung" zurück nach Madrid geschickt, das war mit Real so abgesprochen. Louis Schaub scorte gegen Israel als Joker gleich zweimal, diese kleine Heldentat wurde mit einem Startelfeinsatz honoriert, alles andere wäre eine pädagogische Katastrophe gewesen. Der extrem schwache Alessandro Schöpf war sozusagen der Schaub vom Freitag, saß auf der Bank.

Gedenkminute für Gludovatz

Vor Anpfiff wurde des an den Folgen einer Corona-Infektion verstorbenen Paul Gludovatz gedacht, der 75-Jährige war ein toller Mann und eine Trainerlegende.

Die Moldauer rührten Beton an, igelten sich ein, es war der erwartete Einbahnstraßenfußball. Foda betonte die Wichtigkeit der Partie, es gehe immer ums Gewinnen, um die Ehre, die Mentalität, den Stolz, das Prestige. Er sehnte ein frühes Tor, einen "Dosenöffner" herbei.

Der Wunsch ging nach 217 Sekunden in Erfüllung: Kapitän Marko Arnautovic trifft nach Pass von Christopher Trimmel per Flachschuss aus rund 14 Metern zum 1:0. Es war sein 31. Teamtor. Österreichs Überlegenheit war krass, der Klasseunterschied einfach zu groß, es konnte sich mangels Gegenwehr eine Art Spielfreude entwickeln.

22. Minute: Rechtsverteidiger Trimmel erhöht ebenfalls per Flachschuss auf 2:0, für den Legionär von Union Berlin war es die Torpremiere im 20. Match für Österreich. Der dynamische Rapidler Marco Grüll scheiterte zweimal an Gäste-Torhüter Stanislav Namasco. In der zweiten Halbzeit änderte sich wenig.

Playoff wartet

55. Minute: Grüll wird im Strafraum von Veaceslav Posmac gefoult, den Elfer verwertet der nimmersatte Arnautovic zum 3:0, jetzt sind es schon 32 Stück. 60. Minute, ein Ärgernis: Moldaus erster Angriff, Österreichs Abseitsfalle schnappt nicht zu, Ion Nicolaescu verkürzt tatsächlich auf 3:1. 83. Minute: Der eingewechselte Köln-Legionär Dejan Ljubicic schießt elegant das 4:1, auch für ihn war es eine Premiere.

Nun wird analysiert, bilanziert, evaluiert, diskutiert. Der neue ÖFB-Präsident Gerhard Milletich wird Gespräche führen, zum Beispiel mit Sportdirektor Peter Schöttel. Fodas Vertrag gilt fürs Playoff Ende März, das dank des Gewinns der Nations League erreicht wurde. Milletich gab eine Jobgarantie.

Es werden drei Startplätze für die WM in Katar vergeben, es gibt drei Vierergruppen mit je einem Semifinale und einem Finale. Österreich ist zunächst nicht gesetzt, muss im Semifinale auswärts antreten, mögliche Gegner sind etwa Italien, Portugal, Schweden oder Russland. Gelost wird am 26. November. (Christian Hackl, 15.11.2021)

WM-Qualifikation, Gruppe F, 10. und letzte Runde, Montag

Österreich – Republik Moldau 4:1 (2:0)
Klagenfurt, Wörthersee-Stadion, 1.800 Zuschauer, SR Stavrev (MKD)

Tore:
1:0 (4.) Arnautovic
2:0 (22.) Trimmel
3:0 (55.) Arnautovic (Elfmeter)
3:1 (60.) Nicolaescu
4:1 (83.) D. Ljubicic

Österreich: Lindner – Trimmel, Lienhart, Dragovic (81. Posch), Ulmer – N. Seiwald (72. Ilsanker), Grillitsch (58. D. Ljubicic) – Schaub (58. Onisiwo), Sabitzer, Grüll (81. Kara) – Arnautovic

Moldau: Namasco – Rozgoniuc (46. Iosipoi), Posmac, Bolohan (88. Iovu) – Jardan, Ionita, Dros, Cociuc (59. Ginsari), Revenco – Puntus (59. Nicolaescu), Spataru (84. Cojocaru)

Gelbe Karten: keine bzw. Posmac