Elf Erwachsene und zwölf Kinder sind in Spitäler gebracht worden.

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Die Hintergründe des Vorfalls sind noch unklar.

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Washington – In den USA ist ein Auto in eine Weihnachtsparade gerast und hat mindestens fünf Menschen in den Tod gerissen. Mehr als 40 Personen wurden verletzt, als der rote Geländewagen in die Menschenmenge in der US-Kleinstadt Waukesha im Bundesstaat Wisconsin steuerte, wie die Behörden in der Nacht auf Montag (Ortszeit) mitteilten.

Nun hat die Polizei einen 39-Jährigen als Verdächtigen identifiziert. Das teilte der Chef der Polizei von Waukesha, Dan Thompson, am Montag mit. Thompson sagte, der Verdächtige sei kurz vorher in eine häusliche Auseinandersetzung verwickelt gewesen. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Tat einen terroristischen Hintergrund habe. Konkretere Angaben machte Thompson nicht. Er betonte zugleich, die Ermittler seien überzeugt davon, dass der Verdächtige alleine gehandelt habe.

Thompson sprach von einem "tragischen Vorfall". Der Wagen habe Absperrungen durchbrochen, sei auf die Hauptstraße gefahren und habe mehr als 20 Menschen gerammt, darunter Kinder. Die fünf Todesopfer seien alle Erwachsene. Ein Kinderkrankenhaus in Milwaukee teilte am Montag mit, insgesamt 18 Kinder im Alter von drei bis 16 Jahren seien dort eingeliefert worden.

"Sinnlose Tragödie"

Für die Waukesha Christmas Parade hatten Menschen im Zentrum der Stadt am Sonntagnachmittag beide Seiten der Straße gesäumt. Die Veranstaltung im Vorort der Großstadt Milwaukee lockt jedes Jahr Tanzgruppen, Highschool-Bands, Politiker und zahlreiche Zuschauer an. Im vergangenen Jahr war sie pandemiebedingt ausgefallen. "Heute haben wir eine schreckliche, sinnlose Tragödie erlebt", sagte Bürgermeister Shawn Reilly bei einer Pressekonferenz. Er habe selbst an der Parade teilgenommen und beschrieb die lächelnden Kinder und Eltern, die er dort vor dem Vorfall gesehen hatte.

Während einer Straßenparade im US-Bundesstaat Wisconsin fuhr ein Geländewagen in eine Menschenmenge.
DER STANDARD

Augenzeugin Angela O'Boyle, die die Parade vom Balkon ihrer Wohnung im fünften Stock aus beobachtete, berichtete dem Sender CNN: "Das Nächste, was ich hörte, waren Schreie, und als ich mich umdrehte, sah ich, wie das Auto kam und in die Musikkapelle pflügte, die zu diesem Zeitpunkt gerade an meinem Balkon vorbeiging." Dann habe sie gehört, wie Eltern die Namen ihrer Kinder riefen. "Überall waren Pompons und Schuhe und verschüttete heiße Schokolade", berichtete Corey Montiho der Zeitung "Milwaukee Journal Sentinel". "Meine Frau und meine Tochter sind fast angefahren worden", erzählte er weiter.

Ein weiterer Augenzeuge Angelito Tenorio, der zeitweise auch selbst an der Parade teilgenommen hatte, berichtete von einem Auto, das "mit voller Geschwindigkeit über die Paradenstrecke raste". "Und dann hörten wir einen lauten Knall und ohrenbetäubende Schreie von Menschen, die von dem Fahrzeug angefahren wurden", sagte Tenorio der Zeitung "Milwaukee Journal Sentinel". "Und dann sahen wir, wie die Leute wegliefen oder weinend stehenblieben, und da waren Leute auf dem Boden, die aussahen, als wären sie von dem Fahrzeug angefahren worden."

Viele Familien mit Kindern

Der Wagen "raste an uns vorbei", berichtete Chris Germain, Eigentümer einer Tanzschule, deren Schüler an der Parade teilnahmen. Er berichtete dem Sender Fox 6 Milwaukee von Rettungssanitätern, die Verletzte auf der Straße versorgten, darunter auch Kinder. Unter den Verletzten seien Schüler der katholische Schule in Waukesha und ein Priester, berichtete CNN unter Berufung auf die Erzdiözese Milwaukee. Die örtlichen Schulen sollen am Montag geschlossen bleiben.

Viele Familien mit Kindern hatten die Parade besucht. Auf zunächst nicht zu verifizierenden Videoclips, die sich in sozialen Medien verbreiteten, waren chaotische und verstörende Szenen zu sehen: Aus diversen Perspektiven wurde in verschiedenen Momentaufnahmen ein Geländewagen gefilmt, der in hohem Tempo erst an Teilnehmern der Parade vorbeirast, an anderer Stelle diverse Menschen in dem Straßenzug rammt und überfährt und schließlich Straßenabsperrungen durchbricht und davonrast. Auf den Videoaufnahmen sind schreiende und rennende Menschen zu sehen. In einer Szene rast der Wagen nur knapp an einem auf der Straße tanzenden Kind vorbei.

Der Gouverneur von Wisconsin, Tony Evers, äußerte sich einem Tweet bestürzt und sprach von einer "sinnlosen Tat". Das Weiße Haus beobachte die Situation in Waukesha und spreche den Betroffenen Mitgefühl aus, berichteten US-Medien. Präsident Joe Biden sei über die Lage unterrichtet worden. (APA, 22.11.2021)