In Österreich gibt es 29 Frauenhäuser, in denen Betroffene Schutz vor Gewalt finden.

Foto: Regine Hendrich

Aggression nach Absetzung von Medikamenten

Sarah ist mit ihrem Mann knapp 20 Jahre lang verheiratet. Bereits zu Beginn der Beziehung erhielt er eine psychiatrische Diagnose. Jahrelang hatte er die Krankheit gut im Griff und hielt sich an die ärztlich verschriebene Medikation.

Doch als er sie absetzte, wirkte sich das massiv auf sein Verhalten aus – und die Gewalt begann. In den akuten Krankheitsphasen wurde er sehr aggressiv und drohte seiner Frau und den gemeinsamen Kindern immer wieder mit dem Umbringen.

Erst suchte Sarah mit ihren Kindern Zuflucht bei Verwandten. Weil ihr Mann aber ihren Aufenthaltsort kannte, bedrohte er sie weiter, und sie fühlte sich auch dort nicht mehr sicher. Schließlich flüchtete Sarah mit ihren Kindern ins Frauenhaus.


Kontakt zur Familie eingeschränkt

Tatjana brachte zwei Kinder aus ihrer vorherigen Beziehung mit in die neue Partnerschaft. Zu Beginn wurden die Kinder von ihrem Freund gut aufgenommen. Als Tatjana mit dem gemeinsamen Sohn schwanger war, änderte sich sein Verhalten. Der Mann reagierte eifersüchtig auf das Kind und unterband Tatjanas Kontakt zu ihrer Familie.

Bereits zuvor kam es zu einer polizeilichen Wegweisung, nachdem ein Nachbar die Polizei alarmiert hatte. Tatjana leitete damals keine weiteren Schritte ein, sie wollte ihrem Partner noch eine Chance geben.

Doch er begann auch, aggressiv den Kindern gegenüber zu agieren, es kam zu körperlichen Übergriffen. Kurz vor der Aufnahme im Frauenhaus schlug der Mann seiner Lebensgefährtin ein blaues Auge.

Gewalt unter Alkoholeinfluss

Olivia lebt mit ihrem Mann bereits länger zusammen. Er trinkt sehr häufig Alkohol und wird dann ausfallend und aggressiv.

Vor einem Jahr kam es zu einem Übergriff, bei dem Olivia von ihrem Mann so stark gewürgt wurde, dass sie ohnmächtig wurde. Vor kurzem warf er sie im Pyjama bekleidet und ohne Schuhe aus der Wohnung – trotz niedriger Temperaturen. Ein paar Tage später belästigte er unter Alkoholeinfluss Menschen auf der Straße, das Verhalten setzte er gegenüber Olivia fort.

Als sie aus der Wohnung flüchten wollte, hielt er sie fest, beschimpfte sie und sagte, dass er die Trennung nie akzeptieren würde. Olivia gelang es, auf die Straße zu flüchten, ihr Mann folgte ihr aber und warf sie auf den Boden. Passant*innen kamen ihr schließlich zu Hilfe.


Ständige Kontrolle und bedrohliche Eifersucht

Petra lernte ihren Ehemann beim Ausgehen kennen. Zu Beginn der Beziehung wurde sie stark von ihm umworben, zwischen den beiden herrschte ein liebevoller Umgang.

Nach etwa drei Jahren heirateten sie. Petra erfuhr erst danach von den Vorstrafen ihres Mannes. Er wurde seiner Frau gegenüber immer aggressiver, es kam zu den ersten körperlichen Übergriffen. Er bedrohte sowohl Petra als auch die gemeinsamen Kinder. Er war extrem eifersüchtig, kontrollierte sie und beobachtete ihren Arbeitsplatz.

An Tagen, an denen Petra Überstunden leisten musste, wurde sie mit Beschimpfungen und Drohungen per SMS bombardiert, ihr Handy läutete durchgehend. Sie wandte sich schließlich an die Kinder- und Jugendhilfe, die mit dem Frauenhaus Kontakt aufnahm. (beaha, maa, 25.11.2021)