(Wiener Stadthalle, Halle F, leer bis auf einen Monitor auf der Bühne, auf dem die Übertragung einer Zoom-Konferenz zwischen den Künstler*innen Knecht, Sargnagel und Wurm zu sehen ist. Alle drei singen, tanzen und steppen zu heiterer Orchestermusik.)

Foto: REUTERS/HANNAH BEIER

SARGNAGEL: Ich ruf’ juhu juhu, / endlich alles wieder zu! / Ach, wie ist das angenehm, / ich mach es mir zu Haus bequem / und hab’ endlich meine Ruh.

ALLE: Ja, das ist sehr angenehm, / ich mach’ es mir zu Haus bequem, / weil es braucht ein Ich kein Du.

(Tanzeinlage)

KNECHT: Ich bin so froh, so froh, / dass ’s is’ endlich wieder so! / Schnell verflogen ist der Frust, / weil du nirgends hingehn musst, / auch nicht zu Do & Co.

ALLE: Endlich hast du keinen Frust, / weil du nirgends hingehn musst, kannst sitzen stundenlang am Klo.

(Tanzeinlage)

WURM: Ich schrei’ hurra, hurra, / endlich ist der Lockdown da! / Keine Dinners, kein Besuch, / vielleicht lese ich ein Buch, / weil ka Lärm is’ und ka G’schraa!

ALLE: Keine Partys, kein Besuch, / vielleicht lese ich ein Buch / oder sogar zwaa.

(Tanzeinlage)

ALLE: Wir fühl’n uns wohl, so wohl, / so zu leben ist echt toll! / Man hört, dass ’s manchen anders geht. / Na ja, die sind halt arm und blöd. / Uns taugt der Lockdown voll! / Endlich hab’n wir keinen Zwang! / Und wir hab’n auch keinen Drang / nach Geselligkeit und Punsch, / wir hab’n nur einen Wunsch: / Hoffentlich dauert er noch lang!

(Musik endet.
Stille.
Große Stille.)

SARGNAGEL: Bissl geht mir der Applaus schon ab.

(Stille.
Vorhang)
(Antonio Fian, 26.11.2021)