Reiserückkehrern aus dem Süden Afrikas steht eine eigene Ages-Hotline zur Verfügung. (Symbolbild)

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Wien – Die Coronavirus-Variante Omikron ist offiziell in Österreich angekommen: "Im Gesundheitsministerium liegen jetzt sämtliche Ergebnisse vor, die es für eine Bestätigung braucht", hieß es aus dem Ressort. Bei einem Fall aus Tirol handelt es sich "mit Sicherheit" um die Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529.

Österreichische Reiserückkehrer aus südafrikanischen Ländern müssen einen negativen PCR-Test vorweisen und eine bis zu zehntägige Quarantäne antreten. Die Ages hat für Reiserückkehrer aus dem südlichen Afrika die Hotline 01/2675032 eingerichtet. Kontaktdaten und Informationen zur Reisetätigkeit können auch per E-Mail an anfragen@ages.at geschickt werden. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Ages melden sich daraufhin mit Informationen zur behördlichen PCR-Testung. Seit Freitag bis Sonntagmittag sind laut Ministerium rund 400 Anrufe von Reiserückkehrern oder deren Angehörigen eingegangen. Die Hotline ist von 9 bis 18 Uhr besetzt.

Mittlerweile sind in etlichen Ländern Fälle der Variante aufgetaucht. Großbritannien, Israel, Kanada, Dänemark, Belgien, Tschechien, Deutschland und Italien meldeten Fälle. In den Niederlanden wurden bei 13 Reisenden Omikron-Infektionen festgestellt. Zuletzt kam in der Schweiz ein Verdachtsfall dazu.

Außerplanmäßiges G7-Treffen

Die Ausbreitung der neu entdeckten Variante des Coronavirus sorgt weltweit für Beunruhigung. Um die aktuellen Entwicklungen zu diskutieren, hat Großbritannien für Montag ein außerplanmäßiges Treffen der Gesundheitsminister der führenden westlichen Wirtschaftsnationen (G7) einberufen, wie die britische Regierung am Sonntagabend mitteilte.

Großbritannien ruft die G7-Staaten zu einem Treffen wegen der Virus-Variante Omicron zusammen.
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Die Uhrzeit der G7-Beratungen und in welcher Form sie stattfinden, war zunächst unklar. Großbritannien hat noch bis Ende des Jahres den Vorsitz der sieben wichtigsten Industrienationen inne. Neben Deutschland und Frankreich gehören auch Italien, die USA, Kanada und Japan zu dem Bündnis.

Von der Leyen: Befinden uns in Wettlauf gegen die Zeit

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen reif angesichts der neuen Coronavirus-Variante zu Vorsorgemaßnahmen und raschem Handeln auf. "Wir nehmen diese Omikron-Variante sehr ernst und wissen, dass wir uns jetzt in einem Wettlauf gegen die Zeit befinden", sagte sie am Sonntag. Zuvor hatte die italienische Regierung europaweite Vorbeugungsmaßnahmen verlangt. Von der Leyen sagte, dass Wissenschafter und Hersteller zwei oder drei Wochen bräuchten, um sich ein vollständigen Bild über die Mutation zu mache. Höchste Priorität habe aber, Abstand zu halten, Kontakte zu reduzieren und so viel wie möglich zu impfen. "Wir müssen Zeit kaufen", sagte sie. "Die allgemeine Devise lautet: Hoffe auf das Beste und bereite dich auf das Schlimmste vor."

EU-Kommisionschefin Ursula von Leyen sieht sich in Sachen Impfstoff auf der sicheren Seite, weil Hersteller Biontech/Pfizer sich zu einem angepassten Impfstoff innerhalb von 100 Tagen verpflichtet hat.
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Von der Leyen sagte weiter, dass die Europäische Union bezüglich des Impfstoffs "auf der sicheren Seite" sei. Der Vertrag mit Biontech/Pfizer über den Kauf von bis zu 1,8 Milliarden Corona-Impfstoff beinhalte demnach eine Klausel, wonach die Hersteller den Corona-Impfstoff innerhalb von 100 Tagen an neue Mutationen anpassen können.

Drosten ist "ziemlich besorgt"

Der deutsche Virologe Christian Drosten sagte am Sonntagabend im "heute journal" des ZDF, er sei wegen der Variante "ziemlich besorgt". Man wisse nicht allzu viel über sie. Berichte über milde Verläufe hätten noch nicht sehr viel Substanz angesichts von nur gut 1.000 Fällen, so Drosten. Hier müsse man die klinischen Verläufe abwarten. Man sehe aber, dass sie häufig bei jungen Leuten in Südafrika auftauche und auch Menschen betreffe, die eine Erkrankung schon hinter sich haben. Er habe die Sorge, dass man die erste wirkliche "Immunfluchtmutante" vor sich habe.

Virologe Christian Drosten ist über die Omicron-Variante besorgt.
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Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die zunächst im Süden Afrikas entdeckte Omikron-Variante als "besorgniserregend" eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass Omikron die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die Mutante hat, steht allerdings noch nicht fest.

Reisebeschränkungen in zahlreichen Staaten

Viele Länder, darunter die USA, Großbritannien oder Israel, haben wegen Omikron wieder schärfere Reisebeschränkungen eingeführt. Zuletzt kündigte Regierungschef Fumio Kishida für Japan an, dass Ausländer ab Dienstag (30. November) nicht mehr einreisen dürfen. Aus bestimmten Ländern zurückkehrende Japaner müssen in Quarantäne in speziellen Einrichtungen. Auch Israel schloss seine Grenzen am Sonntagabend erneut komplett für Ausländer.

Während sich die Philippinen gegen sieben europäische Länder, darunter Österreich, mit einem Lande- und Einreiseverbot abschotteten, griff Marokko zu einer noch radikaleren Maßnahme. Um die Einschleppung der neuen Variante zu verhindern, werden ab Montag alle Flugzeuglandungen für zwei Wochen komplett untersagt. Ruanda stoppte alle Direktflüge aus und nach Südafrika und verhängte eine verpflichtende eintägige Quarantäne samt PCR-Testpflicht für alle Einreisenden.

Südafrika kritisiert Reisebeschränkungen

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa kritisierte die Reisebeschränkungen am Sonntagabend als ungerechtfertigt. "Diese Beschränkungen sind eine unfaire Diskriminierung unseres Landes und unserer Schwesterstaaten", sagte Ramaphosa in einer Fernsehansprache und appellierte, die Entscheidungen noch einmal zu überdenken, "bevor sie noch mehr Schaden anrichten". Es handle sich um eine klare Abkehr von der Erklärung beim G20-Gipfel in Rom, den unterentwickelten Staaten bei der Bewältigung der Auswirkungen der Pandemie auf ihre Wirtschaft zu helfen. Die bisherigen Corona-Einschränkungen hatten bereits verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaft in Südafrika. Die verhängten Reisebeschränkungen vieler Länder treffen das Land kurz vor der wichtigen Sommersaison besonders hart.

Vergangenen Donnerstag hatten südafrikanische Virologen die Entdeckung der neuen Variante bekanntgegeben. Sie waren stutzig geworden, weil die landesweite Inzidenz von knapp zwei plötzlich auf neun Prozent in die Höhe geschnellt war. (APA, 29.11.2021)