Politische Querelen erschweren dem Squash-Sport den Weg zu größerer Popularität.

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Österreichs Nationalteam-Trainer Heribert Monschein arbeitet mit einem ambitionierten Team im Verband daran, Squash hierzulande nach vorne zu pushen.

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Natürlich sollte Sport unpolitisch und von jeglicher religiöser Vorliebe unabhängig sein." Das sagt Heribert Monschein, der Vizepräsident des Österreichischen Squash Rackets Verbandes (ÖSRV) zum STANDARD. Monschein ist auch Nationalteamtrainer der Frauen und Männer. Freilich ist er nicht glücklich über die Absage der Squash-WM in Malaysia, die von 7. bis 12. Dezember in Kuala Lumpur über die Bühne hätte gehen sollen. Weil Malaysia dem israelischen Team keine Visa ausstellen wollte und aus Angst vor der Corona-Variante Omikron hat der Weltverband (WSF) die WM kurzerhand abgeblasen. Laut örtlichen Behörden wurden Visa verweigert, da das vorwiegend muslimische Land keine diplomatischen Beziehungen zu Israel unterhalte.

Monschein sieht nicht nur einen politischen Nackenschlag für eine Sportart, die um Aufmerksamkeit ringt. "Squash hat massive Probleme, Veranstalter für Großevents zu finden. Die Boomjahre dieser Sportart sind vorbei, große Squash-Center werden weltweit rückgebaut. Du brauchst für eine WM aber mindestens acht bis zehn Courts." Der malaysische Squashverband argumentierte, er könne nicht für die Sicherheit der israelischen Sportler sorgen. "Das ist natürlich nur ein Vorwand", sagt Paul Haber, der Präsident des jüdischen Sportvereins Hakoah Wien. "Es handelt sich eindeutig um eine Ungleichbehandlung. Man kann die Politik Israels kritisieren. Aber hier werden nur antiisraelische Ressentiments bedient."

Malaysia hatte bereits 2019 israelischen Sportlern die Teilnahme an der Weltmeisterschaft im Paraschwimmen verweigert. Israel-Boykotts gab es im Sport zuletzt immer wieder, etwa im Judo, wo arabische und iranische Sportler oft aus politischen Gründen Zweikämpfe mit Israelis verweigern. Zuletzt gesehen bei den olympischen Spielen in Tokio.

Fördervorletzter

Sportlich trifft Österreich die WM-Absage nicht direkt. Seit zwei Jahren spielt der ÖSRV in Europas zweiter Division, 2017 war man zuletzt bei einer WM dabei. "Damals bekamen wir auch noch mehr Förderungen. Momentan ist eine WM-Teilnahme für uns kein Thema", sagt Monschein. Im Verband arbeiten Polizisten, Lehrer und Ärzte, die nebenberuflich Österreichs Squash-Agenden schupfen. Im Förderranking der Bundes Sport GmbH rangiert Squash mit jährlich 64.000 Euro auf dem vorletzten Platz, nur vor Casting. Bei dieser Sportart handelt es sich um Ziel- und Weitwurf mit Angelgeräten. Im Februar will der ÖSRV die Austrian Junior Open veranstalten, ein großes Turnier für Jugendliche aus bis zu 30 Nationen. Wunschort ist Wien. "Das steht in den Sternen. Wegen Corona und wegen hoher Organisationskosten. Wir haben leider nicht so eine starke Lobby wie die Fußballer."

Mit Israel pflege man übrigens ein sehr gutes Verhältnis, sagt Monschein: "In der zweiten Division haben wir gegen sie zuletzt regelmäßig gegen den Abstieg gespielt." (Florian Vetter, 1.12.2021)