Die Stadt Lalibela ist weltweit für seine in den Fels geschlagenen Kirchen aus dem 12. Jahrhundert bekannt.


Foto: Reuters

Addis Abeba – Die äthiopische Armee hat nach Regierungsangaben die von Kräften der Rebellengruppe TPLF besetzte Unesco-Weltkulturerbestätte Lalibela zurückerobert. Das Militär habe "die historische Stadt Lalibela und den internationalen Flughafen von Lalibela eingenommen", hieß es in einer Erklärung der Regierung, die am Mittwoch im TV-Sender Walta TV vorgelesen wurde. Die äthiopischen Streitkräfte bewegten sich den Angaben zufolge auf die Stadt Sekota in der Region Amhara zu.

Lalibela ist weltweit für seine in den Fels geschlagenen Kirchen aus dem 12. Jahrhundert bekannt. Zuvor hatte die Regierung in Addis Abeba bekanntgegeben, mehrere kleine Städte zurückerobert zu haben, darunter auch das rund 220 Straßenkilometer nordöstlich von der Hauptstadt gelegene Shewa Robit.

Offensive der Regierungstruppen

Der Konflikt zwischen der Regierung in Addis Abeba und der TPLF aus der nördlichen Region Tigray hatte vor rund einem Jahr mit einer Offensive der Regierungstruppen in Tigray begonnen. Seither wurden tausende Menschen getötet und mehr als zwei Millionen weitere vertrieben. Die Vereinten Nationen werfen allen Konfliktparteien schwere Menschenrechtsverletzungen vor.

Die TPLF hat sich inzwischen mit weiteren Rebellengruppen zusammengeschlossen, um Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed zu stürzen. Die Uno, die Afrikanische Union und die USA versuchen, in dem Konflikt zu vermitteln. Zuletzt hatten mehrere internationale Regierungen ihre Bürger in Äthiopien zu einem Verlassen des Landes aufgefordert.

UN-Generalsekretär António Guterres teilte am Mittwoch mit, dass die Vereinten Nationen ihre Hilfsflüge nach Tigray wieder aufgenommen hätten. Auf dem Luftweg würden wieder Hilfsgüter aus Addis Abeba nach Mekele in Tigray gebracht, sagte Guterres in New York. Die Hilfsflüge waren am 22. Oktober nach Luftangriffen in der Region ausgesetzt worden. Außerdem trafen laut Guterres nun 157 Lastwagen mit Hilfsgütern in Mekele ein. (APA, 1.12.2021)