Edge sorgt erneut für Ärger.

Foto: Reuters / Dado Ruvic

Microsoft versucht schon länger, Windows-Nutzer zur Verwendung des eigenen Edge-Browsers zu drängen. Zum Beispiel werden sämtliche Link-Aufrufe aus Systemprogrammen, dem Startmenü und der Suche automatisch mit diesem geöffnet – selbst wenn man einen anderen Anbieter als Standard auswählt. Einem Workaround schob der Konzern Mitte November einen Riegel vor, wie der STANDARD berichtete.

Jetzt hat Microsoft eine weitere Kampagne gestartet, mit der man den Download des Chrome-Browsers verhindern will. Sowohl in Windows 10 als auch Windows 11 erhalten Nutzer neuerdings eine Eingabeaufforderung angezeigt, sobald sie die Downloadseite von Chrome öffnen.

Unterschiedliche Botschaften

Darunter finden sich laut "Neowin" Botschaften wie: "Microsoft Edge basiert auf der gleichen Technologie wie Chrome, mit dem zusätzlichen Vertrauen von Microsoft", "Dieser Browser ist so 2008! Weißt du, was neu ist? Microsoft Edge". Oder: "'Ich hasse es, Geld zu sparen' hat noch nie jemand gesagt. Microsoft Edge ist der beste Browser für Online-Shopping."

"The Verge" konnte zumindest eine dieser Nachrichten auf einem Windows-11-PC reproduzieren. Allerdings handle es sich bei diesen nicht um klassische Pop-ups, die jede Webseite anzeigen kann. Stattdessen werden die Botschaften nativ von Edge gerendert.

Bloatware

Erst kürzlich sorgte ein weiteres Edge-Feature für Ärger unter Usern. Mit dem Update auf die Version 96 wurde nämlich eine Browsererweiterung installiert, die den Browser an einen Service namens Zip anbindet. Dieser bietet kurzfristige Kredite an, die einem nach dem "Kauf jetzt, zahl später"-Prinzip erlauben, die Zahlung bei Online-Einkäufen in Raten aufzuteilen. Wie "Ars Technica" es formuliert, führt das Vorgehen zu einer regelrechten Revolte erzürnter User. (red, 3.12.2021)