Inhaltsschaffende setzen sich schon länger für eine bessere Bezahlung von Streamingservices ein. Meist bekommen sie Bruchteile von Centbeträgen für jede Wiedergabe.

Foto: reuters

Spotify hat hunderte Werke von Comedians von seiner Plattform entfernt. Der Grund: Sie hatten eine bessere Bezahlung für Comedy-Autorinnen und –Autoren gefordert. Alben bekannter Comedians wie Tiffany Haddish, Kevin Hart und John Mulaney sind nunmehr nicht mehr im Streamingdienst enthalten. Spoken Giants, die Interessensvertretung der Betroffenen, kündigte am Samstag an, weiterhin Verhandlungen mit dem Konzern führen zu wollen.

Im Grund genommen dreht der Konflikt sich um das Urheberrecht: Die Comedians fordern eine höhere Bezahlung, wenn ihre Inhalte von Usern abgespielt werden. Dabei ginge es vor allem darum, dass sie ihre Witze geschrieben haben und diese nicht nur vortragen. Vergleichbar sei das, so die Argumentation von Spoken Giant, mit Songwritern, die ebenso für die Verfassung von Liedtexten vergütet werden. Aktuell werden Comedias nur als Performer, die ihr Werk auf einem digitalen Streamingdienst darbieten, vergütet – nicht aber für die Zeilen, die sie dafür geschrieben haben.

Sämtliche Inhalte entfernt

Die Verhandlungen schlugen allerdings fehl – und Spotify entfernte als Reaktion sämtliche Inhalte von Mitgliedern von Spoken Giants. Man sei seit dem Frühling mit mehreren Streamingdiensten und Radiosendern in Kontakt getreten, um über dieses Thema zu sprechen, argumentiert die Interessensvertretung. Dabei habe man eine Pauschallizenz angeboten – erfolglos.

Die Organisation sei via Mail über die Entfernung informiert worden. Diese sei problematisch: "Spotify bietet Unterhaltenden Publicity und den Zugang zu einem großen Publikum. Dass ihre Werke weg sind, schadet jeden Inhaltsschaffenden", krtisierte der CEO der Organisation, Jim King. Spotify selbst kommentierte, dass man "bedeutende Mengen" an Geldern für die gefragten Inhalte bereits bezahlt habe, "und das sehr gerne weiterhin tun würde".

Bessere Bezahlung gefordert

Inhaltsschaffende setzen sich schon länger für eine bessere Bezahlung von Streamingservices ein. Meist bekommen sie Bruchteile von Centbeträgen für jede Wiedergabe. Gerade in der Musikbranche verdienen deswegen viele Künstlerinnen und Künstler speziell an Veranstaltungen wie Konzerten – die wiederum aufgrund der Pandemie nur bedingt stattfinden können. (red, 5.12.2021)