Sarah Jessica Parker, Cynthia Nixon und Kristin Davies in "And Just Like That ...", der Nachfolgeserie von "Sex and the City" – ab Donnerstag auf Sky.

Foto: REuters / Craig Blankenhorn

"Nach all den Jahren und all der Veränderung bist du immer noch du." Im Fall von Carrie Bradshaw bedeutet das ein herzliches Grüßgott zum begehbaren Schuhschrank: "Hallo, ihr Lieben." Sie ist wieder da.

Liebe, Freundschaft, Sex und Shoppen – darum ging es in "Sex and the City" von 1998 bis 2004 Themen, die 2021 noch immer ihre Gültigkeit haben. Sky startet am 9. Dezember mit zwei Folgen von "And Just Like That ...", weitere an darauffolgenden Donnerstagen.

Samantha fehlt

Vorweg: Es ist nicht dasselbe. Aber das war ohnehin klar, vor allem Samantha (Kim Cattrall) fehlt – und sie fehlt auch den verbliebenen Ladys, was zu Beginn der ersten Folge auch ausgiebig thematisiert wird. "Samantha ist leider nicht mehr unter uns", heißt es da am Anfang missverständlich. Nein, sie ist nicht tot, sondern in London – berufsbedingt. Einen Knatsch hat es aber doch gegeben. Sam war Carries Presseagentin und irgendwann nicht mehr gebraucht: "Sie hat mich als Freundin gefeuert." Miranda: "Es war ihr peinlich, so peinlich, dass sie gleich nach Europa ziehen muss."

Carrie lebt mit Mr. Big die Superbeziehung, Charlotte erzieht zwei ungleiche Töchter und ihren liebenswert tollpatschigen Ehemann. Miranda hadert mit dem Grau ihrer Haarfarbe und hat einen Black-Live-Matters-Moment in einem Rechtsseminar und Ahaerlebnisse mit vollen Kondomen ihres Sohnes Bradys. So ist die Zeit vergangen.

HBO Max

Den Sex in der City gibt es auch, im Alter geht er nicht ganz so einfach von der Hand, wie Carrie als Teilnehmerin eines Podcasts lernen muss. Dort wird ausgiebig über Masturbation an öffentlichen Plätzen gesprochen, ein Thema, bei dem die einst so toughe Kolumnen-Autorin ins Stottern gerät und den hilfreichen Ratschlag erhält: "Du musst deiner Pussy einen Schubs geben." Man lernt nie aus.

Graue Haare, das Alter, Instagram, Podcast, schicke Klamotten und in der ersten Folge ein Knalleffekt – es geht wahrlich nicht mehr nur um Sex in der Fortsetzung, was dazu führt, dass Carrie am Computer nicht Pornoszenen schaut, sondern bald das Werbevideo eines Bestattungsunternehmens.

Wiedersehen mit Freunden

Es geht auch um das Wiedersehen mit Freunden: Neben Sarah Jessica Parker, Cynthia Nixon und Kristin Davis sind die Serienehemänner Chris Noth, David Eigenberg und Evan Handler wieder mit dabei. Der im September gestorbene Willie Garson, der Carrie Bradshaws besten Freund Stanford spielte, ist in der Serie noch zu sehen, weil einige der Szenen noch vor seinem Tod gedreht wurden.

Neue Freundinnen und Freunde treten auf den Plan und sorgen für mehr Diversität. Sara Ramirez fordert Carrie als lesbische Stand-up-Comedian. Karen Pittman tritt als Jusprofessorin von Miranda auf.

Wie eh und je funktioniert das manchmal besser, dann wieder schlechter. Besser funktioniert der sexual Metrochic an öffentlichen Plätzen, zum Beispiel bei einer Schulaufführung von Charlottes Kindern, die nicht nur wegen geschmuggelten Weines humorvoll eskaliert. Schlechter in Privaträumen, wo es oft altbacken und sentimental zugeht. Darf dieses Comeback sein? In Zeiten, in denen es nicht ganz viel zu lachen gibt: klares Ja. (Doris Priesching, 9.12.2021)