Bittere Zeiten.

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München – Xavi schaute traurig, auch verzweifelt, vor allem aber war der Trainer des einst so großen FC Barcelona "wütend". Die nächste Pleite gegen Bayern München und das Aus in der Champions League schon nach der Gruppenphase haben die stolzen Katalanen erschüttert. "Wir fangen bei null an", sagte Xavi nach dem 0:3 in München, der Abstieg in die zweite Klasse Europas schmerzte: "Leider sind wir jetzt in der Europa League, die nicht der richtige Ort für uns ist."

Die Champions League ist es für Barça nach der extrem bescheidenen Vorstellung wie in München aber auch nicht. "Der Untergang", titelte die Marca, und AS schickte den Klub "ab in die Hölle", schrieb von einem "historischen Desaster".

Schatten

Schließlich schaffte es der kriselnde Traditionsklub als Dritter hinter Bayern und Benfica Lissabon in der Gruppe E erstmals nach 21 Jahren nicht in die nächste Runde. Für Sport aus Barcelona war es einfach ein "trauriger Abschied".

Mit dem Barça von einst, dem berauschenden Tiki-Taka-Fußball, der Magie eines Lionel Messi, hatte der Auftritt gegen Bayern, den Österreichs Yusuf Demir ab der 86. Minute kaum noch mitverantwortete, nichts mehr zu tun. "Wir werden hart arbeiten, denn ich fühle und liebe diesen Klub", sagte Xavi.

Wiederherstellung

Von der Euphorie rund um die Verpflichtung der Klub-Ikone vor gut vier Wochen ist nichts mehr übrig. Barça müsse "wiederhergestellt" werden, sagte der 41-Jährige: "Wir beginnen jetzt eine neue Ära."

Aber wie? Der Abschied Messis treibt den Klub weiter um, der gigantische Schuldenberg von 1,35 Milliarden Euro lähmt zusätzlich. "Vielleicht können wir im Jänner jemanden verpflichten", sagte Xavi.

Hart, schwierig, schmerzhaft

Sergio Busquets erinnerte daran, dass "viele Teams diese Situation schon durchgemacht haben", etwa Chelsea und Bayern. Noch 2019 (Aus im Halbfinale gegen den späteren Champion Liverpool) und 2020 (Aus im Viertelfinale gegen den späteren Champion Bayern) träumten sie vom Titel. Doch in der jetzigen Verfassung wird die Mannschaft auch in der Europa League keine Chance haben, in der Liga bedeutet die harte Realität Platz sieben.

"Wir befinden uns in einer harten, schwierigen, schmerzhaften Situation", sagte Busquets, der schon mit Xavi auf dem Platz stand und die goldenen Zeiten erlebte: "Es tut weh, verletzt unseren Stolz." Der FC Barcelona liegt auf dem Boden. "Das ist Realität", sagte Xavi. (sid, red)