Die Glacier-Gründer Rainhard Fuchs und Andreas Tschas.

Foto: Glacier

Das im November 2020 von Rainhard Fuchs und Andreas Tschas gegründete Start-up Glacier hat laut Berichten der Szenemedien "Brutkasten" und "Trending Topics" in einer ersten Finanzierungsrunde 1,7 Millionen Euro an Kapital eingesammelt. Dieses Geld möchte das in Wien ansässige, auf Klimaschutz fokussierte Unternehmen in den weiteren Ausbau stecken.

Zu den Investoren gehören Runtastic-Mitgründer Alfred Luger sowie Marcus Ihlenfeld und Christian Bezdeka, die beiden Gründer des aus Klosterneuburg stammenden Kinderfahrradherstellers Woom. Ebenso an Bord sind der österreichische Rechtsanwalt und CMS-Partner Gregor Famira sowie der deutsche Investor Henrik Herr. Förderungen von Austria Wirtschaftsservice (AWS) und FFG sind ebenfalls Teil der besagten 1,7 Millionen Euro.

Vom Festivalgründer zum Klimaschützer

Andreas Tschas ist in der heimischen Gründerszene ein bekanntes Gesicht, denn das vom ihm gemeinsam mit seinem damaligen Co-Gründer Jürgen Furian ins Leben gerufene Pioneers-Festival trug maßgeblich zum Wachstum des heimischen Ökosystems bei. Hier tummelte sich die Community, internationale Gäste und namhafte Speaker pilgerten einmal pro Jahr in die Wiener Hofburg, wo der Event im Jahr 2012 erstmals stattfand. Zu Hochzeiten kam das Pioneers-Festival auf rund 2.500 Gäste, bevor im Jahr 2019 von Neo-Eigentümer Startup300 das Aus verkündet wurde. Das hatte damals schon wirtschaftliche
Gründe – und dürfte angesichts der kurz darauf ausgebrochenen Pandemie rückblickend eine gute Entscheidung gewesen sein.

Tschas hat sich inzwischen neuen Aufgaben gewidmet und will gemeinsam mit seinem Co-Gründer Rainhard Fuchs und dem derzeit 16-köpfigen Glacier-Team Klimaschutzinitiativen in Unternehmen verankern. Laut Eigenangabe zählt man derzeit über 150 Betriebe zu den eigenen Kunden – darunter Microsoft, Bank Austria, ÖBB, Magenta, Infineon, A1 und Verbund.

Teil dieses Programms ist unter anderem die Climate Ranger Academy – ein Klimaschutzbildungsprogramm für Unternehmen, bei dem potenzielle Maßnahmen für die Umsetzung im eigenen Betrieb vermittelt werden. Ein anderes Vehikel ist der Climate Impact Day – ein Aktionstag, bei dem verschiedene Unternehmen ihre Erfahrungen mit diesem Thema teilen.

Ausbau im DACH-Raum

Gegenüber dem "Brutkasten" erläutert Tschas, dass im Jahr 2022 unter anderem die weitere Expansion im deutschsprachigen Raum (DACH) geplant ist. Dazu soll auch das bestehende Team weiter ausgebaut werden. "Wir sehen Glacier zumindest europäisch, mit der Marke kann man aber auch global erfolgreich sein", sagt Tschas.

der brutkasten

Bezüglich eines kompletten Verkaufs von Glacier sagt Tschas in einem Videointerview mit dem "Brutkasten", dass er dies nicht ausschließe – es sei aber derzeit zu früh für derartige Aussagen, und Partner müssten auch definitiv die Vision des Unternehmens mittragen. (stm, 10.12.2021)